Jeff Wall

Insomnia, 1994

Schlaflosigkeit

Jeff Walls künstlerisches Medium ist die Fotografie. Seit Ende der 1970er Jahre zeigt der kanadische Künstler Großdias in Leuchtkästen, die von der Rückseite mit Neonröhren beleuchtet werden. Seine Motive wirken zunächst wie Momentaufnahmen, doch bei genauerem Hinsehen erkennt der Betrachter, dass es sich um vollständig konstruierte Bildwelten handelt. Wall nimmt Akteure und Realitätsfragmente separat auf und montiert sie dann mit Hilfe des digitalen Verfahrens. Dabei arbeitet er mit Kostüm- und Maskenbildnern, um wie im Kino einen Wechsel von Desillusionierung und Wiederverzauberung zu erzeugen. In dem Kücheninterieur Insomnia liegt ein Schlafloser auf dem Fußboden. Die Türen von Schrank und Kammer stehen offen, die Papiertüte auf der Kühlbox wurde geöffnet. Jeff Wall vermischt die Darstellung der Schlaflosigkeit mit dem traumatischen Erlebnis der Orientierungslosigkeit, die sich in den merkwürdig verstellten Stühlen zeigt.

Melitta Kliege

Details zu diesem Werk

Silberfarbstoffbleichverfahren (z.B. Cibachrome/Ilfochrome Classic), Silberfarbstoffbleichabzug (z.B. Cibachrome/Ilfochrome Classic), bildseitig kaschiert mit Acrylglas, in Leuchtkasten (Aluminium, Leuchtröhren) 173.8cm x 214cm (Bild) Hamburger Kunsthalle Inv. Nr.: G-1995-11 Sammlung: Galerie der Gegenwart (c) courtesy of the artist

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