Erich Brill
Porträt Karl Lorenz, 1921
Nach einer Lehre im elterlichen Holzgroßhandel studierte Erich Brill in Hamburg Philosophie und Staatswissenschaften; im Anschluss ließ er sich zum Künstler ausbilden. Zu seinen Lehrern gehörte Richard Luksch, der seit 1907 eine Professur an der Kunstgewerbeschule am Lerchenfeld innehatte. Brill, seit 1920 Mitglied der Hamburgischen Künstlerschaft, war aufgrund seiner geisteswissenschaftlichen Ausbildung ein wichtiger Mittler zwischen den verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen in der Hansestadt.
In der Person von Karl Lorenz zeigt sich in besonderem Maß das Zusammenwirken der Künste, das auch wesentliches Anliegen der Hamburgischen Sezession war. Lorenz, seit 1919 »literarisches Mitglied« der Sezession, war als Dichter, Publizist und Verleger eine zentrale Figur im kulturellen Leben der Hansestadt. Zum Zeitpunkt der Entstehung des Porträts war er Mitherausgeber der Monatszeitschrift »Die Rote Erde«, der bedeutendsten Publikation des Expressionismus in Hamburg, in der sowohl die Bildende Kunst wie auch Literatur, Musik und Tanz ein Forum fanden.
Mit den malerischen Mitteln des Expressionismus gab Erich Brill Lorenz` dynamischer Persönlichkeit eine anschauliche Entsprechung. Das intensive Orangerot der Haare, das auch im Bildhintergrund subtil glüht, bildet zusammen mit dem blauen Jackett einen spannungsvollen Kontrast. Die vitale Präsenz des Dargestellten wird im modernen Porträt nicht mehr mit entsprechenden Attributen oder Gegenständen zum Ausdruck gebracht, sondern stiftet sich kraftvoll aus der Begegnung von Farbe und Form.
Gabriele Himmelmann
Details zu diesem Werk
Beschriftung: Unten links signiert und datiert: E. Brill 21
Erich Brill (1895 - 1942); 1921 - ? (1); [...] (2); Engelbert Sudbrock (#### - ####), Billerbeck, ? - Oktober 1998 (3), Ankauf von dort vermittelt durch die Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Middendorf, Oktober 1998 (4)
1) Es ist zu klären, wann, wie, an wen und für wie viel Brill das Werk verkaufte oder gab. Vermutlich handelte es sich hier um eine Auftragsarbeit.
2) Bislang unbekannte Provenienz/en.
3) Inventar Gemälde, S. #.
4) Inventar Gemälde, S. #. Die Ankaufssumme belief sich auf 8000 Deutsche Mark.
Kein Befund in:
www.lostart.de (15.3.2021).
Stand: 15.3.2021, 29.4.2021, Ute Haug.
Status: in Bearbeitung (die mit # markierten Stellen sind noch zu ergänzen), ungeklärt, bedenklich.
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Neuerwerbungen 1999/2000, 2001, S. 71, Abb. S. 71, Abb.-Nr.
Die Gemälde der Klassischen Moderne, Hurttig, Marcus Andrew, 2010, S. 84, Abb., Abb.-Nr.
Kunst in der Krise, Maike Bruhns, 2001, S. 270-271, Abb. S. 271, Abb.-Nr.
Lorenz, Karl Lovis, Ina Ewers-Schultz; Herausgeber: Franklin Kopitzsch u. Dirk Brietzke, 2006, Abb. S. 233, Abb.-Nr.
Im Blickfeld. Die Jahre 1999/2000 in der Hamburger Kunsthalle, Herausgeber: Uwe M. Schneede, 2001, S. 71, Abb., Abb.-Nr.
100 Jahre Hamburgische Sezession. Begegnungen in der Sammlung, Karin Schick, Gabriele Himmelmann, Ann-Kathrin Hubrich, Josephine Karg; Hamburger Kunsthalle, 2019, S. 48-49, Abb., Abb.-Nr.