Henry Moore

Drei stehende Figuren, 1953

Eine Trias gehört zum Urbestand menschlichen Vorstellens, Wahrnehmens und Gestaltens, denn der Mensch nimmt nicht mehr als drei Einheiten als Menge simultan wahr. Die alten Griechen ließen den grammatischen Plural erst mit drei beginnen, und die alten Ägypter fassten eine Mehrzahl von lokalen Gottheiten zu einer Dreiheit zusammen. Es ist also eine magische Zahl, deren psychologische Ursachen heute sich noch experimentell nachweisen lassen. Die bildende Kunst Europas ist voll von Beispielen, von provinzialrömischen Göttertriaden keltischen Ursprungs an. Dieser abstrakte Ansatz, der bekanntlich auch in der Architektur und im szenischen Protokoll eine Rolle spielt (Hoheit mit flankierenden Assistenz-Figuren), wird hier formal in biomorphen Umsetzungen von Köpfen, Schultern, Taillen, Hüften und Beinen durchgehalten. Es besteht kein Zweifel: Es sind menschliche Figuren.
Georg Syamken

Details about this work

Bronze 73 x 67 x 28,5 (Objekt) Hamburger Kunsthalle, Geschenk der Geschwister Curt Valentins zur Erinnerung an ihren Bruder, 1956 Inv. Nr.: S-1956-39 Collection: Klassische Moderne © Henry Moore Foundation/ © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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