Rosemarie Trockel

Ohne Titel, 1986

In dem Bild aus feinmaschigem Strick von Rosemarie Trockel ist das von der Textilindustrie verwendete Wollsiegel in serieller Anordnung auf schwarzem Grund zu sehen. Die Vervielfältigung des Piktogramms und der Verweis auf das Material, aus dem Bild und Zeichen bestehen, ist zum einen humorvoll zu verstehen, zeigt aber zum anderen auch die Mehrdeutigkeit, die Trockels künstlerische Vorgehensweise immer wieder auszeichnet. In Auseinandersetzung mit der Minimal Art der 1960er Jahre löst die Künstlerin standardisierte Motive aus ihrem vertrauten Kontext und überführt sie – hier durch Autoreferenzialität – in einen neuen und irritierenden Zusammenhang. Mit dem Bedeutungsverlust, der durch diesen Transfer entsteht, spielt Rosemarie Trockel auch auf die Grenze von Kunst und Artefakt an und reflektiert kritisch die Zeichensysteme, die unsere Kultur ständig hervorbringt.

Luisa Pauline Fink
In dem Bild aus feinmaschigem Strick von Rosemarie Trockel (*1952) ist das von der Textilindustrie allgemein verwendete Woll-Gütesiegel in serieller Anordnung zu sehen. Die Vervielfältigung des Piktogramms und der Verweis auf die Materialität, aus dem Bild und Zeichen selbst bestehen, ist humorvoll zu verstehen, zeigt aber auch die Mehrdeutigkeit, die Trockels künstlerische Vorgehensweise immer wieder auszeichnet: In der Auseinandersetzung mit der Minimal Art löst die Künstlerin standardisierte Motive aus ihrem vertrauten Kontext und überführt sie – hier durch die Auto-Referenzialität – in einen neuen, irritierenden Zusammenhang. Der Bedeutungsverlust, der durch diesen Transfer entsteht, spielt mit der Grenze von Kunst und Artefakt und reflektiert kritisch die Zeichensysteme, die unsere Kultur ständig hervorbringt. (Luisa Fink)

Details about this work

Gestrickte Wolle und Vlies auf Keilrahmen 140,4 x 140,3 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle Inv. Nr.: HK-5499 Collection: Kunst der Gegenwart © Hamburger Kunsthalle / bpk © VG Bild-Kunst, Bonn Foto: Elke Walford

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