Arnold Fiedler

Blick aus dem Atelier, 1933

Arnold Fiedler nahm 1916 ein Studium an der Hamburger Kunstgewerbeschule bei Arthur Illies und Adolph Wohlers auf, anschließend studierte und lehrte er in München und Berlin. Nach seiner Rückkehr in die Hansestadt erwarb Gustav Pauli für die Sammlung der Hamburger Kunsthalle einige, vornehmlich graphische Arbeiten des jungen Künstlers. Im Jahr 1932 wurde Fiedler als Mitglied in der Hamburgischen Sezession aufgenommen; zuvor hatte er sich mehrfach als Gast an ihren Ausstellungen beteiligt.

Im Jahr 1931 bezog Fiedler ein geräumiges neues Atelier in der Wallstraße 17. Nach der Schließung der letzten Sezessionsausstellung im März 1933 organisierte er im Mai des Jahres noch eine öffentliche Präsentation seiner Werke an diesem Ort. Zum Ende des Jahres 1933 wurde ihm ein Arbeitsraum im Ohlendorffhaus in Hamm zugewiesen, sodass sein Blick aus dem Atelier über die Dächer der Stadt als ein Bild des Abschieds zu verstehen ist.

Blautöne herrschen vor. Die emotionale Wirkung dieser Farbe zeigt sich beispielhaft in Pablo Picassos melancholischem Gemälde Absinthtrinkerin aus der Blauen Periode. Im Jahr 1920 kam das Bild als Vermächtnis Dr. Oscar und Gertrud Troplowitz (geb. Mankiewicz) an die Hamburger Kunsthalle, wo es bis zu seiner Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten 1937 verblieb (heute Kunstmuseum Bern). Sicher kannte Fiedler Picassos Werk, möglicherweise ließ er sich auch von dieser Bilderzählung und Farbgestalt inspirieren, um seine eigene künstlerische Absicht zu verdeutlichen.

Gabriele Himmelmann

Details about this work

Öl auf Karton 60,5 x 95 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, erworben 1936 Inv. Nr.: HK-2676 Collection: Klassische Moderne © Hamburger Kunsthalle / bpk © VG Bildkunst, Bonn Foto: Elke Walford

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