Anita Rée
Stillleben mit Hebbels Totenmaske, vor 1915
Das Vanitasstillleben ist seit dem frühen 17. Jahrhundert ein häufig verwendeter Bildtypus, in dem das Wissen um die Vergänglichkeit des Lebens zum Thema wird. Anita Rée stellt sich mit »Stillleben mit Hebbels Totenmaske« von 1915 in jene Bildtradition: Unter einer schmalen Treppenstiege auf einem Holzschemel arrangiert sie eine rosafarbene Hyazinthe zusammen mit einem Totenschädel und der Büste eines bärtigen Mannes mit geschlossenen Augen – laut Bildtitel die Totenmaske des Dramatikers Friedrich Hebbel. Mit der Gegenüberstellung der blühenden Pflanze als Sinnbild von Lebenskraft und dem Schädel als Symbol des Todes führt Rée das Vanitasmotiv ein. Indem die Malerin die Komposition um die Totenmaske eines Dichters ergänzt, hinterfragt sie zugleich die »Blütezeit« und Vergänglichkeit von Kunst und ihrer Schöpfer – und damit auch der eigenen Arbeit und deren Wirkung.
Museumsdirektor Gustav Pauli erwarb dieses Gemälde bereits im Jahr seiner Entstehung direkt von der Künstlerin für die Hamburger Kunsthalle; es war der erste Ankauf eines Gemäldes von Anita Rée für die Sammlung.
Sophia Colditz
Details about this work
Beschriftung: Unten links monogrammiert: ARée
Bruhns G 28,
Ankauf von der Künstlerin mit Mitteln aus dem "Fond für Hamburgische Künstler", 1915 (1)
1) Historisches Archiv Hamburger Kunsthalle (HAHK): PO 142/416, /417. Der Ankauf erfolge ohne Rahmen. Die Ankaufssumme belief sich auf 400 Mark. Siehe auch Zugangsinventar Gemälde 1914 - 1922, S. 20. Nr. 80.
Stand: 9.3.2021, Ute Haug.
Status: geklärt, unbedenklich.
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Katalog der Meister des 20. Jahrhunderts in der Hamburger Kunsthalle, Herausgeber: Helga Hofmann u. Janni Müller-Hauck, 1969, S. 105, Abb.-Nr.
Alexandra Povórina, Alma del Banco, Anita Rée; Kunsthaus Hamburg, 1966, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 81
Kunsthalle zu Hamburg. Katalog der neueren Meister. Zweite Auflage, Herausgeber: Gustav Pauli, 1927, S. 184, Abb.-Nr.
Kurzes Verzeichnis der ausgestellten Bilder neuerer Meister, Gustav Pauli, 1920, S. 60, Abb.-Nr.
Kunsthalle zu Hamburg. Katalog der neueren Meister, Herausgeber: Gustav Pauli, 1922, S. 175, Abb.-Nr.
Anita Rée. Leben und Werk einer Hamburger Malerin 1885-1933, , erschienen anläßlich der Ausstellung "Anita Rée in der Sammlung Valerie Alport", Hamburger Sparkasse 2001, Maike Bruhns, 2001, S. 30, Abb.-Nr.
Anita Rée. Leben und Werk einer Hamburger Malerin 1885-1933, Maike Bruhns, 1986, S. 30, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. WV G 22
Die Gemälde der Klassischen Moderne, Hurttig, Marcus Andrew, 2010, S. 344, Abb., Abb.-Nr.
Kurzes Verzeichnis der ausgestellten Bilder neuerer Meister, Gustav Pauli, 1919, S. 57, Abb.-Nr.
Anita Rée. Hamburg 1885-1933. Ein vorläufiges Werkverzeichnis, Claudia Heuer, 1982, S. 65-66, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 19
Spiegel geheimer Wünsche. Stillleben aus fünf Jahrhunderten, Herausgeber: Martina Sitt u. Hubertus Gaßner; Hamburger Kunsthalle, 2008, Abb. S. S. 77, Abb.-Nr.
Vanitas - Das Spiel mit dem Vergänglichen, Christiane de Vos, 2008, S. S. 76, Abb.-Nr.
Anita Rée: Retrospektive, C. M. Vogtherr. K. Schick, A. Heinze, G. Himmelmann, S. Colditz, H. Schreiber,; Herausgeber: Karin Schick; Hamburger Kunsthalle, 2017, 2017, S. 77, Abb. S. S. 91, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 10
Hebbels Totenmaske als Bildgegenstand. Interdisziplinäre Strategien in Werken von Anita Rée, in: Hebbel Jahrbuch 2020, Gabriele Himmelmann; Herausgeber: Herausgegeben im Auftrag der Hebbel-GEsellschaft e.V. von Martin Langer und Hargen Thomsen, 2020, S. 27ff., Abb. S. 29, Abb.-Nr.