Jannis Kounellis

Ohne Titel, 1968

(Kohlewagen)

Der aus Griechenland stammende Kounellis ist der italienischen Arte povera verbunden. In Abgrenzung gegen die amerikanische Pop Art verwendet er Materialien, die der Warenästhetik der Konsumgesellschaft zuwiderlaufen. Die Assemblage aus dem Jahr 1968 besteht aus einem quadratischen Stahlgitter auf Rollen und einem daraufliegenden Haufen verkohlter Äste. Seit dem Altertum wird Holzkohle in Meilern und Öfen gewonnen. Sie verfügt über einen deutlich höheren Brennwert als Holz. Die organische Form der Kohle veranschaulicht die Transformation in einen Rohstoff, der zur Befeuerung weiterer Produktionsprozesse dient. Das fahrbare Gestell verweist auf Mobilität und Handel, durch die Rohstoffe und Produkte allerorts verfügbar werden. Kounellis’ Materialästhetik beinhaltet eine Symbolik, die aus kritischer Distanz auf weit gefasste kulturgeschichtliche Zusammenhänge verweist. Sein Einsatz von Material und Form zielt darauf ab, die Grenzen traditioneller künstlerischer Gattungen zu überwinden.

Daniel Koep

Details about this work

Wagen aus Stahl und Holz mit Vollgummireifen, Holzkohle | Trolley made of steel and wood with solid rubber castors, charcoal 60 x 160 x 125 cm (Objekt) Hamburger Kunsthalle, erworben 1996 Inv. Nr.: G-1996-1 Collection: Kunst der Gegenwart © Hamburger Kunsthalle / bpk © VG Bild-Kunst, Bonn Foto: Dirk Dunkelberg

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