Dan Graham

Three Linked Cubes. Interior Design for Space Showing Video Tapes, 1986/87

Drei miteinander verbundene Kuben. Raum, um Videos zu zeigen

Neun mit Holz gerahmte Glaswände, davon fünf verspiegelt und vier transparent, werden für Three Linked Cubes zu Nischen ineinandergeschachtelt. Mit Sitzgelegenheiten und Monitoren ausgestattet, dienen die geschaffenen Areale als Videovorführräume. In den gespiegelten Wänden kann der Betrachter sich selbst sehen und durch die transparenten Glaswände andere Personen neben sich in den Nischen erkennen. Die Konzentration auf ein externes Objekt (Video) geht über in einen Akt der Selbstwahrnehmung (Spiegel) und wird zur Untersuchung des anderen (transparente Wand). Graham gestaltet eine Architektur in der Architektur, die trennende und abgrenzende Eigenschaften von Räumen auflöst und die verbindende soziale und selbstreflexive Komponente betont. Kunstwerk und Ausstellungsdesign verbinden sich. Seit den späten 1970er Jahren errichtet Dan Graham Glaspavillons für den Innen- und Außenraum, die sich zwischen Architektur und Skulptur bewegen, und lässt so neuartige Beziehungen zwischen Architektur, Kunst und den Menschen entstehen.

Mechthild Achelwilm
MF 1997 S. 91
Text: Melitta Kliege

Seit den späten siebziger Jahren baute der amerikanische Künstler Dan Graham Glaspavillons für den Innen- oder Außenraum, die Architektur mit Skulptur verbinden und auf einfachen geometrischen Formen basieren.
Wird >Three Linked Cubes<, der Pavillon aus wechselnd verspiegelten und transparenten Glaspaneelen, im Innenraum aufgestellt, dient er als Vorführraum für Videoarbeiten. Während das Glas die Nischen akustisch abschirmt, hält es die Architektur in einem unüberschaubaren Gefüge von realen und gespiegelten Räumen verbunden: Nicht nur die Videobilder vervielfachen sich, sondern an den Wänden entstehen auch Abbilder der Besucher anderer Kojen, die, indem sie sich gleich verhalten, das eigene Tun vor Augen führen. Damit hat Dan Graham das Thema seiner früheren, mit Überwachungstechnik arbeitenden Videoinstallationen neu formuliert und koppelt nun unter Einsatz von Spiegeln und Licht den Blick des Betrachters direkt zurück.
MK

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Die Arbeit besteht aus neun, in massivem Holz gerahmten Glaswänden, von denen fünf doppelseitig verspiegelt sind und vier aus klarem Glas bestehen. Die mittlere Zelle ist nicht überdacht, die beiden äußeren Zellen sind von je einer verspiegelten und einer transparenten Scheibe bedeckt. Zum Pavillon gehören vier hölzerne Sockel. Die Installation ist für die Vorführung von Videos konzipiert, die Bildschirme und Vorführgeräte stehen in verschiedenen Achsen innerhalb der Zellen und in deren Umraum.

Details about this work

Konstruktion aus Glas und Holz 2 Scheiben (Deckel) 171 x 164 x 7 cm (Objekt) 4 Scheiben je 233 x 157 x 7 cm (Objekt) 4 Scheiben (mit Balken an einer Seite) je 240 x 157 x 7 cm (Objekt) Hamburger Kunsthalle Inv. Nr.: G-1995-12 Collection: Kunst der Gegenwart © Hamburger Kunsthalle Foto:Ottmar von Poschinger

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