Elisabetta Sirani
Venus im Muschelwagen
Das Blatt gelangte als Werk Francesco Trevisanis in die Sammlung und wurde später als Florentinische Arbeit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eingestuft. Per Kartonnotiz hat dann Ann Sutherland Harris die Bologneser Künstlerin Elisabetta Sirani vorgeschlagen; eine Einschätzung, die unabhängig davon auch Sonja Brink vorgenommen hat.(Anm. 1)
Diese Einordnung ist absolut überzeugend, da das Hamburger Blatt übereinstimmende charakteristische Züge mit gesicherten Zeichnungen der Künstlerin aufweist. Gut vergleichbar ist etwa das Blatt „Studie von zwei Reitern“ in Windsor (Anm. 2) hinsichtlich der Technik, die Kreidestriche mit breiten Pinselzügen zu akzentuieren. Typisch ist, wie Elisabetta Sirani dabei die mit Kreide gezogenen Konturen umspielt, sie ohne Scheu ignoriert. Häufig sind die dadurch erzeugten Licht-Schatten-Effekte nicht logisch nachvollziehbar, in jedem Fall aber tragen sie zur großen Lebendigkeit und virtuosen Wirkung der Blätter bei.
Ein auf die Hamburger Zeichnung bezogenes Gemälde lässt sich nicht nachweisen.
David Klemm
1 Anlässlich des Symposiums „Italienische Altmeisterzeichnungen 1450 bis 1800“ am 27. und 28.10.2005 im Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle.
2 Windsor Castle, Royal Library, Inv.-Nr. 6379.
Details about this work
Beschriftung fremd: Auf dem Verso unten rechts bezeichnet: "Ra" (Bleistift); (?) nummeriert: "78945" (Bleistift); ((Stempel der Hamburger Kunsthalle fehlt noch))
Erworben 1918 von der Kunsthandlung Charles Alexander de Burlet, Berlin
Jahresbericht der Kunsthalle zu Hamburg für 1918, 1919, S. 11, Abb.-Nr.
Italienische Zeichnungen 1500-1800. Ausstellung aus den Beständen des Kupferstichkabinetts, [Wolf Stubbe]; Hamburger Kunsthalle, 1957, S. 27, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 27
Italienische Zeichnungen 1450-1800. Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle, David Klemm; Herausgeber, 2009, S. 335, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 502