Luca Ciamberlano, Stecher
nach Marcantonio Raimondi, Stecher
nach Raffael, eigentlich Raffaello Santi oder Sanzio, Maler, Erfinder
Gian Giacomo de' Rossi, Verleger
Christus als Salvator Mundi, 1616
Aus: Die Apostel, Blatt 1
Die auf Ideen Raffaels zurückgehende Serie mit Christus und den Aposteln erfreute sich großer Beliebtheit. Hiervon zeugen nicht nur die qualitätvollen Versionen von Marco Dente und Marcantonio Raimondi. Nahezu 100 Jahre nach der ersten Ausgabe schuf der aus Urbino stammende Luca Ciamberlano eine weitere Ausgabe. Er kopierte die Vorlagen von Raimondi, wobei er die Reihenfolge änderte und den bei Marcantonio fehlenden Jacobus d. J. hinzufügte. Zudem platzierte er die Apostel in weite Landschaftsräume. Seine Eigenart äußert sich auch in textlichen Hinzufügungen. In der Bildunterschrift zur Darstellung von Christus erwähnt er - sicherlich nicht ohne Stolz - den gemeinsamen Geburtsort Urbino.
Ciamberlanos Verbundenheit zu Raffael zeigt sich auch darin, dass er eine von Francesco Villamena begonnene Wiedergabe der Loggien nach dessen Tod herausgab.
Vgl. Corinna Höper: Raffael und die Folgen. Das Kunstwerk in Zeitaltern seiner graphischen Reproduzierbarkeit, Ostfildern-Ruit 2001, S. 173-176.
David Klemm
Details about this work
Beschriftung: Am unteren Rand bezeichnet: "Jacomo Rossi formis Rome alla Pace all insegna di Parigi" / Ioseph de Rubeis Formis. Romae."; unterhalb davon rechts nummeriert: "İ"; unterhalb davon links bezeichnet: "SALVATOR MVNDI. / Admodum Excellenti Viro per Illustriq. Domino D. Angelo Luciano I.V.D. ac in Almae. Vrbis Gymnasio Lectori Caelleberrimo. / Domini . N Saluatoris duo decimq. Apostollorū Imagines iam ab Excell:ᵐᵒ Raphael'Vrbin: inuentas, quas ob longitudinem temporis satis consm: / ptas. Lucas Ciamberlanus eiusdem Patriae ad pristinum redigendas conatus. est. easdem tibi Ioseph. de Rubeis Mediolanen. D. D. D. Romae. Anno i6i6."
Rom 1985.69.52; Höper A 26.3.1,
Nach 1877 wohl von Christian Meyer, dem damaligen Inspektor der Kunsthalle, aus unbekannter Quelle erworben; im ersten handschriftlichen Inventar des Kupferstichkabinetts (ca. 1890) erwähnt