Max Beckmann

Adam und Eva, 1936

Beckmann war vornehmlich Maler und Graphiker, er schuf nur acht Plastiken – fünf zwischen 1934 und 1936 in Berlin, drei in seinem letzten Lebensjahr in New York. Adam und Eva ist die größte und einzige mehrteilige Figur, und dieser gefärbte Gips bildet die Urfassung der Materialvarianten in Terrakotta und Bronze. Beckmanns Plastiken beziehen sich formal und inhaltlich auf die Malerei, die im Zentrum seines künstlerischen Interesses stand. Das Motiv Adam und Eva hatte er bereits 1907, 1917 und 1932 in drei Ölbildern behandelt. Während darin die ersten Menschen als gleichwertige Partner erscheinen, zeigt die Plastik einen massigen, merkwürdig starren Adam auf einem schmalen Hocker sitzend. Er hält die kindliche Frau schützend in einer Hand, während die Schlange sich zwischen den Schenkeln hindurch um seinen Körper schlingt und von der Schulter herab auf Eva blickt. Beckmann zeigt die Akteure in rätselhafter Verstrickung, und wie so häufig verbindet er die Beziehung zwischen den Geschlechtern mit den Themen Eros, Schuld und Abhängigkeit.

Karin Schick

Details zu diesem Werk

Steinguss, überfasst 87 x 35,5 x 40 cm (Objekt) Hamburger Kunsthalle, erworben aus dem Nachlass Beckmann mit Mitteln der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, der Kulturstiftung der Länder, der Hermann Reemtsma Stiftung und der Ernst von Siemens Kunststiftung, 2014 Inv. Nr.: S-2014-1 Sammlung: Klassische Moderne © SHK/Hamburger Kunsthalle / bpk © VG Bild-Kunst, Bonn Foto: Elke Walford

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