Claude Gellée, gen. Lorrain

Aeneas und Dido in Karthago, 1675/76

Der in Rom lebende Franzose Lorrain ist einer der wichtigsten Landschaftsmaler des Barock. Seinen Gemälden liegen meist literarische oder biblische Themen zugrunde, doch das Hauptaugenmerk richtete Lorrain auf die Darstellung von Landschaft, Architektur und Lichteffekten. So auch in diesem Gemälde, das in zwei Inschriften auf eine Schilderung in Vergils Aeneis verweist: Nach der Flucht aus Troja gelangte der Königssohn Aeneas nach Karthago, wo er von Königin Dido willkommen geheißen wurde. Die beiden verliebten sich ineinander, doch Jupiter schickte Merkur, um Aeneas an seinen göttlichen Auftrag zu erinnern, in Italien eine Stadt zu gründen. Der Trojaner verließ daher die verzweifelte Dido, die sich nach der Abfahrt des Geliebten in dessen Schwert stürzte. Von dieser dramatischen Liebesgeschichte ist in Lorrains Gemälde allerdings nichts zu spüren. Vielmehr werden die Figuren der übermächtigen Landschaft und Architektur untergeordnet, die in Lorrains Bildaufbau eine durchdachte und klar strukturierte Komposition bilden.

Anna Heinze

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 120 x 149,2 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, erworben mit Unterstützung der Campe’schen Historischen Kunststiftung und Senat und Bürgerschaft, 1964 Inv. Nr.: HK-783 Sammlung: Alte Meister © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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