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Giovanni Antonio Canal, gen. Canaletto

Capriccio mit römischen Ruinen und Paduaner Motiven, um 1740

Canaletto gilt als Meister der Vedutenmalerei. Seine serielle Produktion von gemalten Venedig-Ansichten fand bei Auftraggebern, Sammlern und englischen Aristokraten auf ihrer Grand Tour reißenden Absatz. Daneben malte er mit Vorliebe Capricci, in denen er seiner Phantasie freien Lauf lassen und sich an verschiedenen Architekturelementen ausprobieren konnte. So kombinierte er oftmals Phantasiemotive mit realen Objekten. Im Zentrum des Gemäldes erkennt man einen der Befestigungstürme Paduas, die Porta di Pontecorvo. Der Rundtempel rechts erinnert an das Pantheon in Rom. Die von Gras überwucherte, riesige Ruine einer gotischen Vorhalle, der massive Sarkophag sowie die von drei Männern ausgehobene Grube, die ein weiteres Grabmal markiert, verweisen als Memento mori auf die Vergänglichkeit und den Verfall. Verstärkt wird das Sujet durch den Löwen, das Wahrzeichen Venedigs, der auf seinem eingesunkenen Sockel die schwindende Macht und den ökonomischen Niedergang der Lagunenstadt, zu deren Herrschaftsbereich Padua gehörte, verdeutlicht.

Sandra Pisot

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 115,5 x 164,5 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen, erworben 1956 Inv. Nr.: HK-769 Sammlung: Alte Meister © SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk Photo: Elke Walford