Giovanni Battista Tiepolo

Die Opferung der Iphigenie, 1747/1750

Das Bild zeigt in der Mitte die ohnmächtig zusammengesunkene Tochter des Königs Agamemnon, Iphigenie, die von ihrem Vater geopfert werden soll, weil dieser auf der Jagd eine heilige Hirschkuh der Diana getötet und die Göttin damit verärgert hatte. Hinter Iphigenie steht der Seher Kalchas, das Messer bereits in der Hand, und auch ein Sarkophag steht schon bereit. Doch in diesem Moment ließ Diana, die am linken Bildrand zu erkennen ist, einen dichten Nebel über den Altar ziehen, in dem sie das Mädchen gegen eine Hirschkuh austauschte und es rettete. Tiepolo hat das Thema der Opferung von Iphigenie im Laufe seines Lebens mehrfach verbildlicht. Bei dem Hamburger Gemälde handelt es sich um eine Ölskizze, die der Künstler als Vorbereitung für einen Freskenzyklus in der Villa Cornaro in Merlengo und somit vor seiner Abreise nach Würzburg 1750 anfertigte. In der skizzenhaften Ausführung der Malerei und nur flüchtigen Ausarbeitung von Details wie den Gegenständen auf dem Sarkophag wird der Entwurfscharakter des Gemäldes deutlich.

Anna Heinze

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 39 x 62 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung Siegfried Wedells Inv. Nr.: HK-767 Sammlung: Alte Meister © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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