Jan Massys

Flora, 1559

Selbstbewusst schaut die anmutige Frau den Betrachter an. Ihr Oberkörper ist nur mit einem durchsichtigen Stoff bedeckt, während ihr Unterkörper durch ein rot-goldenes Tuch verhüllt ist. In der Rechten hält sie drei Nelken empor, mit der Linken greift sie ein weißes Tuch, in dem sich Blumen befinden. Diese haben zu ihrer Identifizierung als Flora geführt, doch auch eine Benennung als Venus wäre aufgrund der Attribute des Brustbandes, der Perlen und der Nacktheit denkbar. Der Typus des lagernden Frauenaktes geht auf antike Ariadne- und Nymphendarstellungen zurück. Die exakt wiedergegebene Stadtansicht Antwerpens im Hintergrund und die Skulptur des Schutzpatrons der Stadt auf der Brüstung stellen einen Gegenwartsbezug her. Anlass für das Gemälde könnte der 1559 geschlossene Friedensvertrag gewesen sein, der den Niederländisch-Französischen Krieg beendete. Die Flora wäre somit Sinnbild der Hoffnung auf einen Aufschwung und neuen Wohlstand für die Stadt Antwerpen.

Anna Heinze

Details zu diesem Werk

Öl auf Eichenholz 113,2 x 112,9 cm (Bild) Treuhandvermögen der Freien und Hansestadt Hamburg, vormals Stiftung Siegfried Wedells. Die Restaurierung im Jahr 2002/03 wurde ermöglicht durch die Commerzbank, Filiale Hamburg Inv. Nr.: HK-755 Sammlung: Alte Meister © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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