Simon Jacobsz. de Vlieger

Der Groothoofdspoort in Dordrecht, um 1648

Im Lauf des 17. Jahrhunderts entwickelte sich innerhalb der niederländischen Landschaftsmalerei die Gattung der See- und Marinestücke. Mit der Gründung der Vereinigten Ostindischen Kompanie 1602 und der damit verbundenen Kontrolle der Handelswege nach Asien stiegen die Niederlande zur bedeutendsten See- und Handelsmacht auf. Das Meer als Voraussetzung dieses Reichtums bot den Malern schier unerschöpfliche Motive. So fing de Vlieger in seinen Bildern die atmosphärischen Stimmungen ein und thematisierte neben Darstellungen von Segelschiffen auch die Gefahren auf See. Zwei Segelboote liegen am Landungssteg der Stadt Dordrecht. Rechts befindet sich der Groothoofdspoort, das alte Stadttor am Drei-Flüsse-Eck. Weitere Schiffe und eine Fregatte auf der ruhigen See sowie die Silhouette einer Stadt am Horizont lassen sich erkennen. Durchbrochen wird die monochrome Farbpalette durch den Lichteinfall auf das Rundtor. Der Stadt Dordrecht kommt eine besondere historische Bedeutung zu. Hier erklärte 1572 Willem von Oranje die Unabhängigkeit von Spanien.

Sandra Pisot

Details zu diesem Werk

Öl auf Eichenholz 41 x 62,5 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, erworben aus der Sammlung Hudtwalcker-Wesselhoeft, 1888 Inv. Nr.: HK-597 Sammlung: Alte Meister © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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