Dorothea Maetzel-Johannsen

Zwei Akte mit Mondsichel, 1919

In den Jahren 1919 bis 1921 formte Dorothea Maetzel-Johannsen konsequent eine eigene expressive Bildsprache aus. Anregungen dafür fand sie in den Werken Paul Cézannes, der französischen Kubisten und der in Hamburg geschätzten »Brücke«-Künstler. Inspirationsquelle waren aber auch afrikanische Skulpturen, wie ihr Mann Emil Maetzel sie sammelte und deren Wirkung auf die Moderne sie unter anderem in den Bildern von Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff erleben konnte.

Das großformatige Gemälde »Zwei Akte mit Mondsichel« stellt einen Höhepunkt im Schaffen Maetzel-Johannsens dar, selten inszenierte sie ihr Lieblingsmotiv, den weiblichen Akt, so eindrucksvoll. Obgleich nach Größe, Haut- und Haarfarbe verschieden, scheinen die beiden Frauen miteinander verwachsen; eng aneinander geschmiegt stützen sie sich im Schreiten. Verbunden sind die nackten Körper auch durch ihre eckigen Konturen und eine Natur, die mit vergleichbar leuchtenden Farben und kraftvollen Formen auf sie zu antworten scheint. Der blaue Nachthimmel, eine strahlende Mondsichel und zwei gelbe Tulpen unterstützen die Atmosphäre tröstlicher Melancholie.

Im Verlauf der 1920er Jahre öffnete sich Maetzel-Johannsen der Malerei der Neuen Sachlichkeit, nach einem Parisaufenthalt wurden die Farben ihrer Bilder dann zarter, die Formen weicher. Den Auftrag für ein Deckengemälde im Hamburger Planetarium konnte Maetzel-Johannsen nicht vollenden; sie starb im Februar 1930 und erlebte auch die Auflösung der Sezession nicht mehr.

Karin Schick

Details zu diesem Werk

Bruhns 2013, 16a,

Dorothea Maetzel-Johannsen (1886 - 1930), 1919 - 1930 (1); Vererbt an ihren Ehemann, Emil Maetzel (1877 - 1955), Hamburg, 1930 - 1955 (2); Vererbt an "die gemeinsame Tochter" des Ehepaares, 1955 - ? (3); Vermächtnis an deren Kinder, ? - längstens November 2016 (4); Ankauf von dort ("den Enkeln") durch Krümmer fine art e. K. (Inh.in Dr. Renate Krümmer), Hamburg, mindestens November 2016 - 31.5.2017 (5); Ankauf von dort durch Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen, 31.5.2017 (6); seitdem Dauerleihgabe an die Hamburger Kunsthalle

1) Laut Erwerbungsvorschlag für die Stiftung Hamburger Kunstsammlungen (SHK), Mai 2017, S. 4, in Werkakte. Hier jedoch ohne Beleg.
2) Laut Erwerbungsvorschlag für die Stiftung Hamburger Kunstsammlungen (SHK), Mai 2017, S. 4, in Werkakte. Hier jedoch ohne Beleg.
3) Laut Erwerbungsvorschlag für die Stiftung Hamburger Kunstsammlungen (SHK), Mai 2017, S. 4, in Werkakte. Hier jedoch ohne Beleg.
4) Laut Erwerbungsvorschlag für die Stiftung Hamburger Kunstsammlungen (SHK), Mai 2017, S. 4, in Werkakte. Hier jedoch ohne Beleg. Es war vermutlich in dieser Zeit 2009/2010 bereits als Leihgabe in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt (siehe Renate Krümmer in einer E-Mail, 30.11.2016, an Dr. Karin Schick, Hamburger Kunsthalle, in Werkakte).
5) Laut Erwerbungsvorschlag für die Stiftung Hamburger Kunstsammlungen (SHK), Mai 2017, S. 4. Hier jedoch ohne Beleg. Und Rechnung von Krümmer in Werkakte. Hier mit dem Titel "Zwei Akte". Für das "Hauptwerk" werden keine Angaben zur Provenienz mitgeliefert.
6) Rechnung von Krümmer in Werkakte. Es kam mit einem "Modellrahmen" ins Haus.

Kein Befund in lostart.de (22.4.2020, Ute Haug).

Stand: 22.4.2020, Ute Haug, Jasper Warzecha.
Status: in Bearbeitung, ungeklärt, vermutlich unbedenklich. Keine Ankaufsprüfung beim Erwerb durch die Abteilung Provenienzforschung und Sammlungsgeschichte.

Zitierweise nachfolgendem Schema: Künstlername, Werktitel, Inv. Nr., Provenienz und Link, sowie Name Bearbeiter*in, letzter Stand und Zugriffsdatum.
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Himmel auf Zeit. Die Kultur der 1920er Jahre in Hamburg, Herausgeber: Dirk Hempel und Friederike Weimar, 2010, Abb. S. 337, Abb.-Nr.

150 Jahre Hamburger Kunsthalle. Die Ankäufe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Herausgeber: Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, 2019, S. 246-247, Abb., Abb.-Nr.

100 Jahre Hamburgische Sezession. Begegnungen in der Sammlung, Karin Schick, Gabriele Himmelmann, Ann-Kathrin Hubrich, Josephine Karg; Hamburger Kunsthalle, 2019, S. 54-55, Abb., Abb. S. 6, Abb.-Nr.

Maetzel-Johannsen. Leben und Werk. Mit einem Werkverzeichnis der Ölbilder, Herausgeber: Jan Buchholz und Doris von Zitzewitz, 2013, S. 49, 100, Abb. S. Titelbild, 49 (farbige Abb.), Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 16a

Stiftung Hamburger Kunstsammlungen. Erwerbungen 2017 - 2020, Herausgeber: Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, 2021, S. 34, Abb. S. 35, Abb.-Nr.

Objekt: Otto Mueller, Mueller, Otto , 1874-1930 (KünstlerIn); Pirsig-Marshall, Tanja , 1973- (VerfasserIn); Tesch, Flora (MitwirkendeR); Weise, Ann-Catherine (MitwirkendeR); LWL-Museum für Kunst und Kultur (Herausgebendes Organ); E. A. Seemann (Verlag), 2024, Abb. S. 149, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 56

Öl auf Leinwand 129.2cm x 76.7cm (Bild) 160cm x 108cm (Rahmen) Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben 2017 Inv. Nr.: HK-5748 Sammlung: Klassische Moderne © SHK/Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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