Jakob Philipp Hackert
Italienische Flusslandschaft, 1776
Der aus Prenzlau stammender Künstler Jakob Philipp Hackert erhielt die ersten Grundlagen als Wandmaler von seinem Onkel Johann Gottlieb in Berlin. Er unternahm verschiedene Studienreisen nach Schweden und Frankreich, bevor er sich letztendlich in Italien niederließ. Dort reüssierte er schnell als Landschaftsmaler dank seiner Begabung, idyllische Darstellungen der Natur durch eine scharfe Wiedergabe der Details zu malen. Hackert zeigt hier eine Bildstruktur, die auf Werke des französischen Künstlers Claude Lorrain zurückgeht: Der schattige, sanft abfallende Vordergrund, in dem Menschen und Tieren den ländlichen Frieden genießen, wird von zwei Bäumen gerahmt, zwischen denen ein Fluss im Mittelgrund den Blick in den von der Sonne beschienenen Bildhintergrund lenkt. Über der leicht dunstigen Horizontlinie tauchen die Silhouetten von bläulichen Bergen auf, darunter erstreckt sich eine Stadt um eine Bucht. Hackert, der in seiner Zeit als Farbvirtuose allgemein anerkannt war, veröffentlichte eine damals berühmte Abhandlung über den Gebrauch des Firnisses in der Malerei (1788) und gab Goethe während seiner italienischen Reise (1787) Mal- und Zeichenunterricht.
Francesco Leonelli
Details zu diesem Werk
Jakob Philipp Hackert (1737 - 1807), Rom / Neapel / Florenz, 1776 – ca. 1778? (1); ? angebl. Ankauf von dort durch Charles Greenwood of Brize Norton (#### - ####), um 1778 - ? (2); ? angeblich weiter in Familienbesitz (3); Lieutenant Colonel B. C. Greenwood (? - ?), ? – ca. 1974 (4); Auktion, Important eighteenth, nineteenth and twentieth century continental paintings, Sotheby’s London, 6.3.1974, Los 161 (5); Ankauf von dort durch „Appleblossom“, ?, 1974 - ? (6); […] (7); Sammlung Cäsar (1906–1988) und Ruth (1924–2010) Pinnau, Hamburg, ? - 2012 (8); Ankauf von dort durch die Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen (heute = Stiftung Hamburger Kunstsammlungen), 2012 (9); seitdem Dauerleihgabe an die Hamburger Kunsthalle.
1) Siehe Unterlagen der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Ordner „SHK KUR-Sitzungen 2012 inkl: Erwerbungen + Orig-Rechng.! 2013“, Dossier Daxer & Marschall, zur Provenienz: Wohl Charles Greenwood of Brize Norton, um 1778 von Hackert erworben; dann Familienbesitz Greenwood.
2) Wie 1) jedoch ohne Beleg.
3) Wie 1) jedoch ohne Beleg.
4) Important eighteenth, nineteenth and twentieth century continental paintings, Sotheby & Co, Aukt.-Kat London, 6.3.1974, The Property of Colonel B. C. Greenwood, Los 161.
5) Important eighteenth, nineteenth and twentieth century continental paintings, Sotheby & Co, Aukt.-Kat. London, 6.3.1974, Los 161, dort als "An extensive pastoral landscape".
6) Important eighteenth, nineteenth and twentieth century continental paintings, Sotheby & Co, Aukt.-Kat. London, 6.3.1974, o.S. (Preisliste).
7) Bislang unbekannte Provenienz/en.
8) Erwerbungen 2006 bis 2016 für die Hamburger Kunsthalle. Die Ära Hubertus Gaßner, hrsg. von Stiftung zur Förderung der Hamburger Kunstsammlungen, Hamburg 2016. S. 8, 42f. Siehe Unterlagen der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Ordner „SHK KUR-Sitzungen 2012 inkl: Erwerbungen + Orig-Rechng.! 2013“, Dossier Daxer & Marschall, Verkauf durch Erbengemeinschaft Cäsar und Ruth Pinnau.
9) Erwerbungen 2006 bis 2016 für die Hamburger Kunsthalle. Die Ära Hubertus Gaßner, hrsg. von Stiftung zur Förderung der Hamburger Kunstsammlungen, Hamburg 2016, S. 8, 42f.
Stand: 6.5.2020, Jasper Warzecha (Ute Haug); 26.2.2024, Nadine Bauer und Ute Haug.
Status: in Bearbeitung, ungeklärt, bedenklich.
Die Provenienz dieses Werkes konnte im Rahmen des gemeinsam von der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Hamburger Kunsthalle und dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, Magdeburg, finanzierten Projektes "Erforschung der Werkprovenienzen der Kunstwerke mit ungeklärter bzw. bedenklicher Herkunft im Eigentum der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, die sich als Dauerleihgabe in der Hamburger Kunsthalle befinden." (siehe: https://www.hamburger-kunsthalle.de/forschungsprojekt-werkprovenienzen-zu-dauerleihgaben-im-eigentum-der-stiftung-hamburger) erforscht werden.
Zitierweise nach folgendem Schema: Künstlername, Werktitel, Inv. Nr., Provenienz und Link, sowie Name Bearbeiter*in, letzter Stand und Zugriffsdatum.
Cite according to the following scheme: artist's name, title of work, inv. no., provenance and link, name of editor, last status, as well as date of access.
Haben Sie Fragen, Kritik, Anregungen, weiterführende Informationen? Bitte richten Sie eine Nachricht an Dr. Ute Haug unter ute.haug[at]hamburger-kunsthalle.de.
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Jakob Philipp Hackert, Jenns Howoldt; Herausgeber: Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen, 2013, S. 18-21, Abb., Abb.-Nr.
Erwerbungen 2006 bis 2016 für die Hamburger Kunsthalle. Die Ära Hubertus Gaßner, Herausgeber: Stiftung zur Förderung der Hamburger Kunstsammlungen, 2016, S. 8, 42-43, Abb., Abb.-Nr.
Erwerbungen 2011-2012, Klaus Driessen, Hubertus Gaßner, Jenns Howoldt, Petra Roettig, Sabrina van der Ley; Herausgeber: Stiftung zur Förderung der Hamburger Kunstsammlungen, 2012, S. 18-21, Abb., Abb.-Nr.
150 Jahre Hamburger Kunsthalle. Die Ankäufe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Herausgeber: Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, 2019, S. 218-219, Abb., Abb.-Nr.