Johann Heinrich Wilhelm Tischbein

Mädchen mit Blumen, um 1825

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, der aus einer bekannten Künstlerfamilie stammte, unternahm 1782 eine zweite Studienreise nach Rom, nachdem er den ersten Aufenthalt aus Geldmangel vorzeitig abgebrochen hatte. Das Stipendium für seine Rückkehr hatte kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe bei Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha erwirkt. In Rom nahm Tischbein den Dichter, den er bis dahin nur aus Briefen kannte, 1786 in seinem Haus auf. Das klassizistische Mädchenporträt entstand während seiner Zeit als oldenburgischer Hofmaler in Eutin und ist Ausdruck von Tischbeins Naturgefühl und Sinn für Poesie. Ein junges unbekanntes Mädchen sitzt in Dreiviertelansicht nach rechts gewandt auf einem Stuhl. Es ist damit beschäftigt, einen Blumenkranz aus Vergissmeinnicht zu flechten, und scheint völlig selbstvergessen in diese Tätigkeit versunken zu sein. Die junge Frau trägt ein schlichtes weißes Kleid, dazu ein gelbes Kopftuch. Verschiedene Bildelemente wie Blumenkranz, Stuhl und die Landschaft sind flüchtig gearbeitet und erscheinen unvollendet.

Sandra Pisot

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 91,5 x 76,2 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, Geschenk von Charlotte Ziegler, Wiesbaden 1902 Inv. Nr.: HK-568 Sammlung: Alte Meister © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford