Auguste Herbin

Der Hafen von Bastia, 1907

Auguste Herbin gilt heute als ein Begründer der geometrisch-konstruktiven Kunst, doch wurzelt sein Œuvre im Impressionismus und Postimpressionismus. Für seinen freien Umgang mit Form und Farbe erwies sich das Jahr 1907 als besonders bedeutsam: Im Frühling arbeitete der Nordfranzose auf Korsika, und die Insel mit ihren abwechslungsreichen Landschaften, mit den Küsten, Bergen und Wäldern, sowie das klare mediterrane Licht faszinierten ihn. Er hielt seine Eindrücke in rund 15 Ölbildern fest und widmete sich in mehreren Werken auch dem Hafen von Bastia. In diesem Gemälde steht die kubisch prägnante Häuserzeile mit der Barockkirche Saint-Jean-Baptiste, dem Wahrzeichen der Stadt, im Kontrast zu der luftigen Himmelspartie und dem reflektierenden Wasser. Mit raschen, lockeren Pinselstrichen und leuchtenden Farben fing Herbin die schlängelnde Bewegung der flüssigen Materie ein. Ebenfalls 1907, nur wenige Monate später, malte er den Hafen in Hamburg – nun mit kompakteren Formen und in gedeckteren Tönen, auf die Natur des Nordens antwortend.

Karin Schick

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 65 x 81 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, Geschenk der Familien Oscar und Hans Gerson, 2005 Inv. Nr.: HK-5671 Sammlung: Klassische Moderne © Hamburger Kunsthalle / bpk © VG Bild-Kunst, Bonn Foto: Elke Walford

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