Johann Christian Reinhart

Ansicht des Tibers an der Quelle von Acqua Acetosa mit Blick auf Fidenae, 1808

Der seit 1789 in Rom lebende Reinhart hat unter Rückgriff auf Positionen des
17. Jahrhunderts den Typus der klassischen Ideallandschaft maßgeblich wiederbelebt. Wie wichtig für ihn aber auch die unmittelbaren Natureindrücke im Umland der Ewigen Stadt waren, verdeutlicht dieses Gemälde. Darauf ist der Tiberlauf nahe der nördlich von Rom gelegenen Mineralquelle Acqua Acetosa zu sehen, der aufgrund seiner S-förmigen Schleife bei Reinhart und zahlreichen anderen Landschaftsmalern seiner Zeit als Bildmotiv ausnehmend beliebt war. Der Blick des Betrachters folgt dem sich in Schwüngen breit dahinwälzenden Tiber flussaufwärts gen Norden in Richtung der alten Siedlung Fidenae bis zu den Bergzügen im Hintergrund, deren Konturen sich im Dunst der Ferne verlieren. Die Wolkenformationen am Himmel greifen die horizontale Lagerung von Fluss und Landschaft auf. Unser Blick in die stimmungsvolle Landschaft wird von der männlichen Rückenfigur antizipiert, die auf der linken Seite im Schatten der Bäume sitzt.

Markus Bertsch

Details zu diesem Werk

Öl auf Karton auf Leinwand 42,9 x 66,7 cm (Bild) Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben 2003 Inv. Nr.: HK-5643 Sammlung: 19. Jahrhundert © SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk Photo: Elke Walford

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