Gerhard Richter

S. mit Kind, 1995

Der Bildzyklus besteht aus acht Gemälden unterschiedlicher Größe, fünf Quer- und drei Hochformaten. Die Motive aus der innersten Privatsphäre der Familie zeigen Richters Frau mit dem gemeinsamen neugeborenen Sohn in enger körperlicher Verbundenheit. Richter projizierte die selbst aufgenommenen Fotos auf Leinwände und übertrug sie in Ölfarbe. Die noch feuchten Farben wurden dann in verschiedener Weise mit dem Pinsel verwischt, abgekratzt, mit neuer Farbe überdeckt oder mit Spachteln bearbeitet. Die oberste Malschicht überlagert die fotografischen Abbilder, ohne diese ganz zu überdecken. Richters Behandlung der Oberflächen reicht von Verhüllung und intendierter Unschärfe bis hin zu aggressiven Eingriffen. Damit reagiert er auf die problematische Stellung der Gemälde zwischen privater Betrachtung und öffentlicher Zurschaustellung. Das seit dem Nationalsozialismus belastete Mutter-Kind-Motiv, das in der Nachkriegszeit durch die Werbeindustrie erneut vereinnahmt wurde, nimmt er mit spürbar widerstreitenden Gefühlen auf.

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand | Oil on canvas 40,9 x 36,4 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle Inv. Nr.: HK-5536 Sammlung: Kunst der Gegenwart © Gerhard Richter / Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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