Karl Horst Hödicke

Automaten, 1964

Eine Hauptquelle der Inspiration für Karl Horst Hödicke stellt die Stadt Berlin dar. Sein expressiver Stil wird durch subjektive Eindrücke der Hauptstadt, ihrer Wahrzeichen und alltäglichen Panoramen bestimmt. Das Bild gehört zu der 1964 begonnenen Serie der 'Passagen', in denen Hödicke rasch wahrgenommene Realitätsfragmente der Großstadtstraßen durch Spiegelung und Überblendung aufeinander projiziert. In dem festgehaltenen Ausschnitt lassen sich Details erkennen, die sowohl auf den öffentlichen Nahverkehr als auch auf Schnellimbisse und Imbisswägen verweisen. Durch die Vergrößerung einiger Details, die Darstellung in sehr intensiven Farben und die verwirrend komponierten Szenerien wird der urbane Alltag in ein rätselhaftes und bedrohliches Szenario verwandelt. Hödickes Gemälde gibt so der Schnelligkeit und Flüchtigkeit des Großstadtlebens und den damit einhergehenden Ansprüchen an das Individuum eine Form, ohne sie ganz und gar festzuschreiben.

Juliane Au


The city of Berlin is a main source of inspiration for Karl Horst Hödicke. His expressive style is characterised by impressions of the capital, its landmarks and its everyday panoramas. The picture belongs to the series of 'Passages' begun in 1964, in which Hödicke projects quickly perceived fragments of the reality of the big city streets onto each other through reflection and superimposition. In the images captured, details can be discerned that refer to public transportation and to fast-food restaurants and food trucks. Through the enlargement of some details, depictions in very intense colours, and the confusingly composed scenes, daily urban life is transformed into a mysterious and threatening scenario. Hödicke's painting thus gives form to the speed and fleetingness of big city life and the demands it makes on the individual, without establishing them entirely.

Juliane Au

Details zu diesem Werk

Acrylfarbe auf Leinwand 150,5 x 97,5 x 2 cm (Objekt) Hamburger Kunsthalle, erworben 1988. Inv. Nr.: HK-5403 Sammlung: Kunst der Gegenwart © Karl-Horst- Hödicke Foto: Elke Walford

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