James Ensor

Stillleben mit Masken, 1896

Ensor gilt aufgrund seiner kühnen Farbexperimente und phantastischen Bilderfindungen als Vorläufer der Expressionisten und Surrealisten. In seinem Stillleben begegnen uns die Blicke von zwar menschlich anmutenden, doch skurril verfremdeten Gesichtern. Es handelt sich um Masken, die wie die meisten der übrigen Gegenstände auf dem Gemälde aus dem persönlichen Besitz des Künstlers stammten. Ensors Mutter betrieb im belgischen Ostende einen Laden mit Geschenk- und Karnevalsartikeln, die er oft in seinen Werken darstellte. Die Masken boten ihm zum einen die Möglichkeit, das eigene Verhältnis zur Welt auszudrücken: Die Menschen und das Leben erschienen ihm als Maskerade. Zum anderen gefielen Ensor die Fratzen, weil sie das Publikum, das seine Werke lange verkannte, provozierten. In dem Stillleben befinden sich mit der Palette und den Pinseln aber auch ein Verweis auf den Künstler selbst sowie mit den Spielkarten und der Tabakspfeife traditionelle Vanitas-Motive.

Anna Heinze

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 80 x 100 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben 1959 Inv. Nr.: HK-5036 Sammlung: Klassische Moderne © SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk © VG Bild-Kunst, Bonn Photo: Elke Walford

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