Alexej von Jawlensky

Stillleben mit Begonie, 1911

In den Jahren um 1911 vollzog sich in Alexej von Jawlenskys Malerei ein tiefgreifender stilistischer und koloristischer Wandel. Das Stillleben war ihm dabei ein wichtiges Experimentierfeld. Nicht die stoffliche Wiedergabe der Gegenstände interessierte ihn, sondern der Ausdruck innerer Eindrücke und Empfindungen durch Farben und Formen. Hierfür lotete er sowohl den Eigenwert des einzelnen Farbtons als auch die Wirkung bestimmter Farbakkorde aus. Der Kontrast von Orange zu komplementärem Blau wirkt hier kraftvoll und melancholisch zugleich. Zwar sorgen die dunklen Konturen für eine gewisse Eindämmung der leuchtenden Farben, doch der hohe Abstraktionsgrad und die fehlende Modellierung steigern ihre Wirkung wieder. Auch der lebhafte Pinselstrich zeugt vom körperlichen und seelischen Einsatz des Künstlers.

Dagmar Lott-Reschke

Details zu diesem Werk

Öl auf Pappe 71 x 75,5 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, erworben 1959 Inv. Nr.: HK-5034 Sammlung: Klassische Moderne © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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