Henri Rousseau

Eva im irdischen Paradies, um 1906/07

Rousseau, der als Beamter in einem Pariser Stadtzollbüro arbeitete, war als Künstler Autodidakt. Bekannt wurde er für eine naive Malerei, die sich durch die Reduktion auf das Einfache, durch klare Konturen und ein fast überdeutliches Umreißen der Gegenstände auszeichnet. Rousseau stellt den Moment des Sündenfalls dar: Eva greift nach dem Apfel, den ihr die Schlange präsentiert; Adam, der üblicherweise zur Ikonographie des Sündenfalls gehört, ist nicht anwesend. Allein steht die nackte Eva mit langem Haar umgeben von Farnen, Agaven, Palmen und Gummibäumen in dem als Dschungel gestalteten Paradiesgarten. Über 20 Urwaldbilder malte Rousseau bis 1910, obwohl er nach eigener Aussage nie weiter gereist war „als bis zu den Treibhäusern des Botanischen Gartens“ in Paris. Dort und in ethnographischen Zeitschriften mit Fotografien exotischer Tiere und Landschaften
fand er die Vorlagen für seine gemalten Urwaldcollagen, in denen sich der Traum
von Exotik und Wildnis als Reaktion auf die Zwänge westlicher Zivilisation manifestiert.

Anna Heinze

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 62 x 46 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben 1956 Inv. Nr.: HK-2992 Sammlung: Klassische Moderne © SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk Photo: Elke Walford

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