Friedrich Overbeck

Die Anbetung der Könige, 1811-1813

1811, ein Jahr nach der Übersiedlung nach Rom und seinem Anschluss an den nach Erneuerung der christlichen Kunst strebenden Künstlerbund der Lukasbrüder oder Nazarener, begann Overbeck im Auftrag der Königin Caroline von Bayern die Anbetung der Könige. Von der Bildgenese geben mehrere Vorstudien Zeugnis. Das Gemälde vereint wesentliche Merkmale der nazarenischen Kunstauffassung: die Trennung von Vorder- und Hintergrund, eine ganz aus der Umrisslinie entwickelte malerische Behandlung und die an den Meistern der italienischen Früh- und Hochrenaissance (Perugino, Raffael) orientierte Farbigkeit. Trotz des kleinen Formats eignet den Figuren, besonders der Gruppe der Könige, durch die plastische Modellierung eine monumentale Kraft, die Overbeck in den Fresken der Casa Bartholdy, dem gemeinsamen Hauptwerk der Lukasbrüder, erneut unter Beweis stellen sollte. Im Jahr der Vollendung der Anbetung trat Overbeck zum Katholizismus über und verlegte sich in der Folge fast ausschließlich auf religiöse Motive.

Wolfgang Cortjaens

Details zu diesem Werk

Öl auf Holz 49,7 x 66,1 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, erworben 1949 Inv. Nr.: HK-2878 Sammlung: 19. Jahrhundert © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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