Otto Mueller

Akte in Dünen, 1919 - 1920

Die beiden Figuren in Otto Muellers Gemälde halten ihre Gesichter verborgen und verweigern dem Betrachter ihren Blick sowie die vollständige Ansicht ihrer Körper. Ihre Nacktheit scheint hier weder symbolisch noch erotisch aufgeladen. Die Posen folgen auch keiner akademischen Tradition, sondern wirken vollkommen natürlich und in Harmonie mit der landschaftlichen Umgebung. Solche Szenen der Einheit von Mensch und Natur, in denen Nacktheit Ursprünglichkeit meint, finden sich immer wieder im Werk von Mueller, der sich von 1911 bis 1913 den Künstlern der „Brücke“ anschloss. Doch im Unterschied zu ihnen und anderen Expressionisten blieb die Farbgebung in seinen Werken naturalistisch und wurde nie grell oder besonders kontrastreich. Mueller betonte stattdessen die dunkle Linie, die auch als Kontur die eckigen Glieder der Aktfiguren in den Dünen nachfährt, und drückte mit fein nuancierten Farbtönen seinen Wunsch nach einer Verbindung zwischen Mensch und Natur aus.

Anna Heinze

Details zu diesem Werk

Leimfarbe auf grobem Gewebe 100 x 130 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, erworben 1948 Inv. Nr.: HK-2864 Sammlung: Klassische Moderne © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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