Martin Schaffner

Epitaph des Stuttgarter Bürgermeisters Sebastian Welling, 1535

Sebastian Welling (1464–1532) gehörte zum Stuttgarter Patriziat und war seit 1496 Bürgermeister der Stadt. Ihm ist die Gedenktafel im Sockel des Epitaphs, welches das Totengedenken seiner Familie zeigt, gewidmet. Der Stifter kniet in der Bildmitte, darüber öffnet sich der Himmel, und es erscheint in hellem Licht Christus als Schmerzensmann. Er ist von Engeln umgeben, die die Marterwerkzeuge, den roten Mantel und die Kartusche halten, deren Inschrift das Matthäusevangelium zitiert (Mt 11,28 und 28,18).
Die Kinder und Ehefrau des Bürgermeisters sind zu beiden Seiten gleichmäßig angeordnet und können durch die beigefügten Wappen identifiziert werden. Rechts erscheinen Wellings Ehefrau Anna und die Töchter, links neben dem Vater knien die beiden lebenden Söhne.
Die früh verstorbenen Söhne und Töchter sind durch Totenschädel in ihren Händen gekennzeichnet. Die marmorne Säulenarchitektur deutet auf einen Kirchenraum als Ort des Totengedächtnisses hin und wird im aufwändigen Rahmen, der an einen venezianischen Tabernakel erinnert, wieder aufgegriffen.

Sandra Pisot

Details zu diesem Werk

Ölhaltiges Bindemittel auf Holz (Nadelholz) 91 x 77 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, erworben 1912 Inv. Nr.: HK-220 Sammlung: Alte Meister © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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