Édouard Vuillard

Blick auf die Binnenalster, 1913

Als Alfred Lichtwark 1913 Édouard Vuillard zusammen mit Pierre Bonnard nach Hamburg einlud, um Porträts verdienstvoller Bürger und Motive der Hansestadt für die Sammlung der Hamburger Kunsthalle zu malen, kennzeichnete er Hamburg als eine moderne Handelsstadt ohne große Plätze und Prachtstraßen. Für Vuillard, der während seines mehrwöchigen Aufenthalts im neu eröffneten Hotel Atlantic wohnte, mag gerade dies Antrieb gewesen sein, sich der Weite des Alsterbeckens im Zentrum der Stadt zuzuwenden. Der ausschnitthafte Blick über die hell schimmernde Wasserfläche der Binnenalster auf die vom Turm der Michaeliskirche gekrönte Stadtsilhouette, den der französische Maler in seiner lebendigen Gouache wiedergegeben hat, war auch ein bei Fotografen beliebtes Motiv. In seiner mit lockerem Duktus hingeschriebenen Komposition verwandelte Vuillard die konventionelle Stadtansicht in ein malerisches Ereignis aus Diagonalen und Horizontalen, aus zuckenden Detailformen und lichten Flächen und erzielte so eine der Ölmalerei ebenbürtige Monumentalität und Wirkung.

Jenns Howoldt
Eine der vier von Alfred Lichtwark in Auftrag gegebenen Arbeiten für die Hamburger Kunsthalle (siehe hierzu Inv.-Nr. 1573). Vuillard hielt in seinem Skizzenbuch die Binnenalster in drei verschiedene Ansichten fest (jeweils Graphit auf Papier, 140 x 83 mm u. 150 x 101 mm, Privatslg.; Abb. in: Salomon/Cogeval 2003, S. 1018).

Details zu diesem Werk

Gouache auf Pappe 74 x 55,2 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle Inv. Nr.: HK-1574 Sammlung: Klassische Moderne © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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