Pierre-Auguste Renoir

Morgendlicher Ausritt im Bois de Boulogne, 1873

Renoirs zum damaligen Zeitpunkt formatgrößtes Gemälde zeigt eine Frau und einen Knaben beim morgendlichen Ausritt in den Bois de Boulogne, ein ehemaliges Waldgebiet im Pariser Westen, das in den 1850er Jahren in eine weitläufige Parkanlage umgestaltet worden war. Der Künstler hat damit eine beliebte Freizeitbeschäftigung der betuchten Pariser Bourgeoisie verbildlicht. Von sozialer Distinktion zeugt auch die Kleidung der Reitenden, insbesondere die à la mode als Amazone gekleidete Dame, die den Betrachter von oben herab taxiert. Die nahsichtig wiedergegebenen Pferde stoßen bis zu den Rändern der Komposition vor und bestechen durch plastische Präsenz wie auch forcierte Dynamik. Das Bewegungsverhalten der Tiere ist überzeugend eingefangen – Renoirs Studien von Pferden in der Militärakademie haben sich bezahlt gemacht. Das Gemälde wurde für den Salon des Jahres 1873 nicht zugelassen und stattdessen im Salon des Refusés (Salon der Zurückgewiesenen) präsentiert, wo es einen Käufer fand. Alfred Lichtwark konnte das Bild 1913 für die Hamburger Kunsthalle erwerben.

Markus Bertsch

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 261.5cm x 226cm (Bild) 298cm x 266cm (Rahmen) Hamburger Kunsthalle, erworben 1913 Inv. Nr.: HK-1567 Sammlung: 19. Jahrhundert © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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