Franz von Lenbach

Der rote Schirm, um 1860

Ein großer Schirm spendet Schatten vor der Sonne eines Hochsommernachmittags. Seine leuchtend rote Fläche weist als einziges Bildelement klar umrissene Konturen auf, während die Landschaft um ihn herum in der flirrenden Hitze verschwimmt. Feldarbeiter gehen gebückt ihrer Tätigkeit nach und binden goldgelbe Ähren zu Garben auf. Es ist die Zeit der Ernte – doch im Vordergrund von Lenbachs Ölskizze steht ein Randmotiv des Landlebens – ein Säugling in einem Handwägelchen und ein am Boden liegendes Kind, die im Schatten des Schirmes ruhen. Lenbach malte das ländliche Motiv unweit des Dorfes Aresing – einem beliebten Treffpunkt der Münchner Maler in den 1850er Jahren. Helles Tageslicht, rascher Pinselduktus und der gezielte kompositorische Einsatz roter Farbflecken gemahnen an Landschaften von Charles Bonnington oder John Constable und weisen mit diesen voraus auf den Impressionismus.

Neela Struck

Details zu diesem Werk

Öl auf Papier auf Karton 26,9 x 34,6 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, Erworben aus dem Legat von Eduard Behrens, 1916 Inv. Nr.: HK-1492 Sammlung: 19. Jahrhundert © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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