Adolph Menzel

Die Ruinen des Nymphenbades im Dresdner Zwinger, 1850

Das in den 1710er-Jahren errichtete Nymphenbad ist Teil des Dresdner Zwingers. Menzel hielt sich bereits 1840 in der Stadt an der Elbe auf und war mit der Architektur des Gebäudekomplexes vertraut. Bei seinem erneuten Besuch im Jahre 1850 fand er jedoch andere Bedingungen vor. Die Mairevolution von 1849 hatte Dresden stark in Mitleidenschaft gezogen – von den preußischen Truppen unter Druck gesetzt, steckten die Aufständischen die Oper in Brand, wobei die Flammen auch auf den Zwinger übergriffen. Das Nymphenbad war zwar zu diesem Zeitpunkt schon lange baufällig, jedoch werden die Bauruinen des anschließenden Gebäudetraktes einen nachhaltigen Eindruck auf Menzel hinterlassen haben.
Dieser Umstand erklärt sicherlich, warum Menzel das Nymphenbad im Bewusstsein seiner Vergänglichkeit derart ruinös und düster darstellt. Am Boden überwuchtert das Unkraut die Steinfliesen fast flächendeckend. Die ursprünglich mit barocken Ornamenten verzierten Mauern sind im Schatten der untergehenden Sonne kaum noch auszumachen. Ebenso wie die Naturgewalten über den Menschen und sein Werk siegen, so könnte der überaus politische Menzel hier auch den Triumph des aufkommenden Demokratiebegehrens gegenüber dem bestehenden System vorhergesehen haben.

Amelie Baader

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 65,6 x 77,5 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, Geschenk des Vereins von Kunstfreunden von 1870, 1895 Inv. Nr.: HK-1269 Sammlung: 19. Jahrhundert © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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