Carl Gustav Carus

Goethe-Denkmal, 1832

Goethes Tod am 22. März 1832 regte Carus, einen Bewunderer und langjährigen Korrespondenzpartner des Dichters, zu seinem symbolisch aufgeladenen Memorialbild an. Wie sein Dresdner Malerfreund Caspar David Friedrich in einigen seiner Hauptwerke versetzte Carus die Andachts- und Kultstätte in die freie Natur. Er zeigt einen antiken Sarkophag inmitten einer vom Mond beschienenen Gebirgslandschaft. An der Schauseite ist zwischen gotischem Maßwerk der Name Göthe eingeschrieben. Zwei auf der Deckplatte kniende Engel in Adorantenhaltung erinnern gleichermaßen an die mit zwei Cherubim verzierte Bundeslade des 2. Buchs Mose wie an mittelalterliche Reliquienkästen. Sie bewachen die sterbliche Hülle des Dichters, der hier als „verborgener Gott“ (Werner Hofmann) lediglich in der Harfe emblematisch präsent ist. Diese ist nicht nur Attribut des alttestamentlichen Königs David, sondern zugleich die seit der Antike als magisches Instrument geltende Äolsharfe, die eine Kommunikation der Lebenden mit den Toten durch die Tonkunst ermöglicht.

Wolfgang Cortjaens

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 71,5 x 53,3 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, erworben 1911 Inv. Nr.: HK-1157 Sammlung: 19. Jahrhundert © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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