Julius Oldach

Selbstbildnis, um 1821

Ein junger Mann blickt eindringlich, zugleich aber auch mit einem Anflug von Skepsis aus dem Bild. Die wenigen Gegenstände, die das Gemälde zeigt, machen deutlich, dass es sich um einen Künstler handelt, der sich in engem Ausschnitt als nach rechts gewendete Halbfigur in seinem Atelier ins Bild gesetzt hat. In seiner rechten Hand hält er neben der Palette, auf der lediglich punktuell Farben aufgetragen sind, einen Malstab sowie einen Pinsel. Aufgrund der intensiven Blickbeziehung nehmen wir uns als Adressaten des Bildes wahr. Im Entstehungskontext befand sich an unserer Stelle vor dem Gemälde ein Spiegel, in den der Künstler blickte, um sich in dieser Pose zu malen.
Als Siebzehnjähriger kam der Künstler 1821 nach Dresden, um sein Studium an der dortigen Kunstakademie aufzunehmen. 1824 ließ er sich in München nieder und wurde Schüler von Peter Cornelius, von dessen nazarenischem Werk er wichtige Impulse für sein eigenes Schaffen empfing. Wahrscheinlich entstand das kleinformatige Selbstbildnis Oldachs zu Beginn seiner Dresdner Jahre. Dies offenbart sein Selbstverständnis und bezeugt zugleich die Ambitionen, von denen der Künstler bereits zu Beginn seiner Laufbahn beseelt war.
Oldach situiert sich in einem überaus schlichten Raumambiente. Doch gerade diese Konzentration lässt sich als Ausweis seiner ernsten, auf das Wesentliche – und damit auch auf das Geistige – fokussierten künstlerischen Mission lesen.

Markus Bertsch

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 20,7 x 15,7 cm (Bild) Hamburger Kunsthalle, erworben 1910 Inv. Nr.: HK-1110 Sammlung: 19. Jahrhundert © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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