Philipp Otto Runge

Selbstbildnis mit braunem Kragen, um 1802

Mit ernsthaft-nachdenklichem Blick dreht sich Runge in diesem frühen Selbstbildnis zum Betrachter. Sein offenes Hemd unter dem braunen Kragen und das lockere Haar suggerieren ein privates Porträt, in dem es über die äußere Form hinaus um die bildnerische Selbstbefragung geht. Vor dem schlichten Ockergrund füllt der sorgfältig modellierte Kopf das Bildformat aus. Der starke Helldunkelkontrast im Gesicht unterstreicht die Intensität der verschatteten Augen und deutet auf eine innere Spannung. Die Entstehungszeit des Bildes, um 1802, war für Runge eine entscheidende Phase, in der er sich von der akademischen Tradition des Klassizismus distanzierte und seinen Blick auf eine neue, romantisch geprägte Kunstauffassung lenkte. Ab dieser Zeit fertigte er weitere Selbstbildnisse meist zu Studienzwecken an, die sich gleichsam mit dem künstlerischen Ich auseinandersetzen. Während es Runge in diesem Bild einerseits auf Texturen und Farbigkeit ankommt, betont sein augenfälliger Ausdruck die Suche nach dem richtigen Augenmaß.

Désirée de Chair

Details zu diesem Werk

Öl auf Leinwand 37 x 31,5 cm (Bild) Acquired with generous support from the Hermann Reemtsma Stiftung, the Federal Government Commissioner for Culture and the Media, the Kulturstiftung der Länder, the Free and Hanseatic City of Hamburg, the Campe’sche Historische Kunststiftung, the Ernst Siemens Kunststiftung, and Georg W. Claussen, Hamburg Inv. Nr.: HK-1002 Sammlung: 19. Jahrhundert © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

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