Jannis Kounellis

Ohne Titel, 1984

(Rußspuren)

Unzählige Stahlkonsole wurden in einer seriellen Anordnung an der Wand befestigt. Darüber entsteigen Rußspuren, die der Künstler mit einer Fackel aus in Altöl getränkten Lumpen herstellte. Jannis Kounellis schuf die Arbeit vor Ort zur Eröffnung der Galerie der Gegenwart im Jahr 1996. 2007 wurde sie erneuert und war dann viele Jahre hinter einer Wand verborgen. Nun ist das Werk, das Prozessualität, Vergänglichkeit und Transformation berührt, nach langer Zeit erstmalig wieder zu sehen – wie auch das benachbarte 'Ohne Titel (Jutesäcke)'. Die Materialität spielt bei Kounellis eine wichtige Rolle. Holz, Kohle, Ruß sind Materialien, die im Rohzustand eine starke Präsenz im Kunstraum entfalten und zugleich wie Speicher einer archaischen Energie wirken. Jannis Kounellis gilt als ein Hauptvertreter der Arte Povera. Kennzeichen dieser künstlerischen Bewegung sind das Verlassen des klassischen Tafelbildes und der Einbezug armer und ungewöhnlicher Materialien.

Ann-Kathrin Hubrich

Details zu diesem Werk

Wandinstallation mit Rußspuren, Eisenkonsolen, Holzstücke | Wall installation: soot, iron, wood 245 x 850 x 13 cm (Objekt) jede Konsole 4,5 x 40 x 13 cm (Objekt) Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben 1995 Inv. Nr.: G-1996-5 Sammlung: Kunst der Gegenwart © SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk © VG Bild-Kunst, Bonn Foto: Elke Walford

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