Rebecca Horn

Chor der Heuschrecken I, 1991

Chor der Heuschrecken I ist eine kinetische Rauminstallation, bestehend aus 33 von der Decke hängenden historischen Schreibmaschinen. Sobald ein Besucher den Ausstellungsraum betritt, setzt über einen Bewegungsmelder ein Antriebssystem die mit Stromkabeln verbundenen Hubmagnete und Motoren in Gang. Kippbewegungen der Maschinen sowie „dirigierende“ Bewegungen eines auf den Boden gerichteten Blindenstocks ergeben ein komplexes Konzert aus zufälligen Geräuschen und Bewegungen, das den Betrachter in seinen Bann zieht.Visuelle Erscheinung, Geräusche, Bewegung und die Dimension der Zeit rufen vielfältige Assoziationen hervor. Die Künstlerin selbst verweist auf die fast menschlichen Eigenschaften ihrer Maschinen. Neben aller Skurrilität der Apparatur und des choreographischen Bewegungsablaufs besitzt Chor der Heuschrecken I eine bedrohliche Dimension – Initialzündung zur Entstehung des Werks war der Ausbruch des Golfkriegs, in dessen Atmosphäre dieses emblematische Werk der Künstlerin entstand.

Brigitte Kölle

Details zu diesem Werk

33 Schreibmaschinen, 1 Schreibmaschinenkoffer, Blindenstock, Metallaufhängungen, Elektromotoren, Elektronik 60 x 350 x 270 cm (ohne Blindenstock) (Objekt) 351 x 349 x 270 cm über alles (Objekt) Hamburger Kunsthalle. Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben 1991. Restauriert mit Mitteln der Wüstenrot Stiftung, 2015/16 Inv. Nr.: G-1991-6 Sammlung: Kunst der Gegenwart © SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk © VG Bild-Kunst, Bonn Photo: Elke Walford

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