Edward Burne-Jones
Der Garten der Hesperiden, 1869-1873
Die Hesperiden der griechischen Mythologie sind unsterbliche Jungfrauen, die an der westlichen Grenze der Erde zusammen mit dem Drachen Ladon jene goldenen Äpfel hüten, die Hera als Symbole der Fruchtbarkeit und Liebe bei ihrer Heirat mit Zeus von dessen Mutter Gaia geschenkt bekam. Burne-Jones setzte sich nach seinem Anschluss an die Präraffaeliten um Dante Gabriel Rossetti und Ford Madox Brown intensiv mit der Kunst der italienischen Frührenaissance auseinander. 1859 unternahm er seine erste Italienreise, die ihn unter anderem nach Florenz führte. Hier kopierte er in den Uffizien Details aus Botticellis Primavera (um 1478). Die rhythmische Auffassung der Hesperidengruppe geht unmittelbar auf die Tänzerinnen bei Botticelli zurück. Die Gesichter dagegen gestaltete er nach realen Modellen, darunter seine Geliebte Mary Zambaco. Die bei aller Leichtigkeit der Bewegung monumentale Körperlichkeit der Tanzenden, die von den transparenten Gewändern noch akzentuiert wird, lässt gleichermaßen an Andrea Mantegna wie an Botticelli denken.
Wolfgang Cortjaens
Details zu diesem Werk
Beschriftung fremd: Auf dem Verso Klebezettel der Dudley Gallery London, 1873.
Dudley Gallery, London 1873, Nr. 482; Manchester, 1887, Jubilee Exhibition, Nr. 1302; Guildhall, London 1894, Loan Collection of Pictures, Nr. 128; Agnew's, London, 1896, Spring Exhibition Nr. 50; New Gallery, London 1898/99, Works of Sir Edward Burne-Jones, Nr. 131; Lady Lever Art Gallery, Port Sunlight, 1948, Pre-Raphaelite Exhibiton; Nr. 34; Petit Palais, Paris; Hamburger Kunsthalle 1986
Edward Burne-Jones (1833 - 1898), 1869/73 - ? (1); [...] (2); Frederick Craven (? - 1895), Thornbridge, Bakewell, ? - 1895 (3); Aukt. Craven, Christie's London, Nr. 54, 18.5.1895 (4); Ankauf von dort durch die Kunsthandlung Agnew's & Sons., London, 1895 (5); Ankauf von dort durch John T. Middlemore (1844 - 1924), Birmingham, 1895 - 1924 (6); Familienbesitz Middlemore, 1924 - 1973 (7); Ankauf über Agnew's & Sons., London, mit Mitteln der Campe'schen Historischen Kunststiftung, 1973 (8)
1) Es ist zu klären, wann, wie und an wen Burne-Jones das Werk verkaufte bzw. gab.
2) Bislang ungeklärte Provenienz/en.
Es scheint möglich, dass Frederick Craven das Werk direkt von Edward Burne-Jones gekauft hat. Ein derartiges Vorgehen lässt sich für Burne-Jones Werk "Pygmalion and the image" nachweisen, vgl. Alison Smith: The Pre-Raphaelite nude, in: Collecting the Pre-raphaelites: the Anglo-American enchantment, hrsg. v. Margaretta Frederick Watson, 1997, S. 77-94, S. 91, FN 30.
3) Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, hrsg. von Hamburger Kunsthalle und Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Bd. 19, 1974, S. 118.
4) Laut Mitteilung von Agnew's & Sons (Kopie der Mitteilung in Werkakte).
5) Laut Brief von Richard Kingzett, Geschäftsführer der Kunsthandlung Agnew's & Sons, vom 26. Januar 1973 an Werner Hofmann (Kopie des Schreibens in Werkakte).
6) Laut Brief von Richard Kingzett, Geschäftsführer der Kunsthandlung Agnew's & Sons, vom 26. Januar 1973 an Werner Hofmann (Kopie des Schreibens in Werkakte).
7) Laut Brief von Richard Kingzett, Geschäftsführer der Kunsthandlung Agnew's & Sons, vom 26. Januar 1973 an Werner Hofmann (Kopie des Schreibens in Werkakte). Sowie: La peinture romantique anglaise et les préraphaélites, Ausst.-Kat. Petit Palais, Paris 1972, Kat-Nr. 39.
8) HAHK: 32-223.5 Ankäufe für die Gemäldegalerie ab 1.1.1968 bis 18.2.1976. Kopie der Rechnung von Agnew's & Sons, ausgestellt am 13. März 1973 (Werkakte). Die Ankaufssumme belief sich auf 25.000 £.
Stand: 20.5., 30.6.2020, Jasper Warzecha; 06.04.2023, Ute Haug.
Status: in Bearbeitung (die mit # markierten Stellen sind noch zu ergänzen), ungeklärt, unbedenklich.
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Sir Edward Burne-Jones. A record and a review, Malcolm Bell, 1898, S. 42, 49, 50, 57, 69, Abb.-Nr.
Burne-Jones, Martin Harrison, Bill Waters, 1973, S. 82, Abb.-Nr.
Hamburger Kunsthalle, Herausgeber: Werner Hofmann, 1989, S. 93, Abb. S. 185, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 185
Eva und die Zukunft. Das Bild der Frau seit der Französischen Revolution, Herausgeber: Werner Hofmann; Hamburger Kunsthalle, 1986, S. 288-289, Abb. S. 201, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 201
Die Hamburger Kunsthalle. Bauten und Bilder, Herausgeber: Uwe M. Schneede, Helmut R. Leppien, 1997, S. 181, Abb.-Nr.
Hamburger Erfahrungen 1969-1990, Werner Hofmann; Herausgeber: Freunde der Kunsthalle e.V., 1990, S. 28, Abb. S. 7, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 7
Die Gemälde des 19. Jahrhunderts in der Hamburger Kunsthalle, Herausgeber: bearb. von Jenns E. Howoldt u. Andreas Baur, 1993, S. 20, Abb. S. S. 20, Abb.-Nr.
Hamburger Kunsthalle. Erwerbungen für die Gemäldegalerie im Jahre 1973, Hans Werner Grohn, 1974, S. 119, Abb. S. S. 119, Abb.-Nr.
Wirklichkeit und Ideal. Von Menzel bis Feuerbach, Werner Hofmann; Herausgeber: Hamburger Kunsthalle, 1977, S. 58, 62, 66, Abb. S. S. 64, Abb.-Nr.
"How Botticellian!". Ästhetische Priorität und der Widerruf Pygmalions. Studien zur Botticelli-Rezeption im englischen Ästhetizismus, Vanessa Müller, 2000, S. 122-123, Abb. S. 16, Abb.-Nr.
Memorials of Edward Burne-Jones, Georgiana Burne-Jones, 1904, S. 30-34, Abb.-Nr.
Burne-Jones, Otto von Schleinitz; Herausgeber: H. Knackfuß, 1901, S. 80, Abb. S. 41, Abb.-Nr.
Burne-Jones (Premier Article), Julia Cartwright, 1900, S. 35, Abb.-Nr.
La peinture romantique anglaise et les préraphaélites; Petit Palais, Paris, 1972, S. o. S., Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 39
Kunst aus acht Jahrhunderten, Herausgeber: Hamburger Kunsthalle und Freunde der Kunsthalle e.V., 2016, S. 117, Abb., Abb.-Nr.
Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, Hanna Hohl und Wolfgang Eckhardt; Herausgeber: Hamburger Kunsthalle und Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 1974, S. 118, Abb., Abb.-Nr.
Making History. Hans Makart und die Salonmalerei des 19. Jahrhunderts, Herausgeber: Markus Bertsch und Amelie Baader für die Hamburger Kunsthalle; Hamburg/ 2020, 2020, S. 98, Abb. S. 99, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 27