Rembrandt Harmensz. van Rijn, Stecher
und Anonym, Stecher

Bildnis Jan Cornelis Sylvius, 1646

Der dargestellte Jan Cornelis Sylvius war Pfarrer der reformierten Kirche und zuletzt an der Amsterdamer Oude Kerk tätig. Er war Rembrandt gut bekannt, denn er war der Vormund seiner Frau Saskia, die ihre Eltern früh verloren hatte. Bei ihm musste Rembrandt also um ihre Hand anhalten.
Das Porträt zeigt einen alten Mann mit schütterem Bart, der mit Eindringlichkeit und Konzentration in freier Rede seine Predigt spricht. Das Buch, aus dem er sein Wissen geschöpft hat, ist geschlossen. Die Darlegungen der Hand, die wie auch das Buch und der Vorhang über den ovalen Bildausschnitt hinaus Schatten werfen, werden dadurch nachdrücklich.
Rembrandt hat Sylvius hier acht Jahre nach seinem Tod und vier Jahre nach Saskias Tod porträtiert. In der umlaufenden Inschrift sind seine Lebensstationen und –daten wiedergegeben. Unterhalb der Darstellung sind zwei lateinische Gedichte auf Sylvius zu lesen.

Thomas Gädeke

Details zu diesem Werk

Radierung, Kupferstich und Kaltnadel 183 x 158 mm (oval) (Bild) 278 x 188 mm (Platte) 278 x 191 mm (Blatt) Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett Inv. Nr.: 6046 Sammlung: KK Druckgraphik, Niederlande, 15.-19. Jh. © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang