Simone Cantarini (Umkreis)

Verkündigung Mariens

Die Zeichnung mit einer alten Zuschreibung an Simone Cantarini fand in der bisherigen Forschung keine Beachtung. Vergleichbar mit gesicherten Blättern des Künstlers sind die weichen, fliessenden Formen, das zarte Schraffieren und die stimmigen Proportionen. Zweifel an der Eigenhändigkeit ruft die Verdichtung des Strichbildes hervor, die sich bei Cantarini selten findet.(Anm.1) Sie mag auf die mögliche Funktion einer direkten Vorzeichnung zurückzuführen sein. Während Corinna Höper (Anm.2) trotzdem an eine Autorschaft Cantarinis glaubt, hat Veronika Birke(Anm.3) die alte Zuschreibung grundsätzlich in Frage gestellt. Sie hält eine Entstehung deutlich später als zu Cantarinis Schaffenszeit für wahrscheinlich. Eine Beibehaltung der alten Zuschreibung erscheint daher durchaus problematisch. Denkbar ist, dass die Studie von einem Künstler in der Nachfolge Cantarinis – und von diesem beeinflusst – stammt.

David Klemm

1 Vgl. z. B. Studie für eine Verkündigung, Rio de Janeiro, Biblioteca Nazionale, Inv.-Nr. 28,17; 531.888-1979-AA; vgl. Disegni Italiani della Biblioteca Nazionale di Rio de Janeiro. La Collezione Costa e Silva, hrsg. v. Anna Maria Ambrosini Massari, Raffaella Morselli, Pesaro 1995, S. 109–110, Nr. 55.
2 Mitteilung auf der Grundlage einer Digitalphotographie, 9. 1. 2008.
3 Mitteilung auf der Grundlage einer Digitalphotographie, 10. 1. 2008.

Details zu diesem Werk

Rötel; aufgezogen 170mm x 127mm (Blatt) Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett Inv. Nr.: 52222 Sammlung: KK Zeichnungen, Italien, 15.-19. Jh. © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang

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