Jacob van der Does (der Ältere)

Römisches Bauernhaus mit Ziegenherde im Vordergrund, 1646

Die eigenhändige Beischrift der Recto-Zeichnung belegt die von Houbraken erwähnte Italienreise des Künstlers, die durch die Datierung in das Jahr 1646 zugleich zeitlich fixiert werden kann.(Anm.1) Die stilistische Nähe zu Zeichnungen des Thomas Wijck lässt auf gemeinsame Studien schließen.(Anm.2) Auf der Rückseite der signierten Zeichnung, die wohl als eigenständiges Kunstwerk angelegt war, finden sich zwei Skizzen nach der Natur. In der unteren Blatthälfte ist das Grabmal der Plautier nahe dem „Ponte Lucano“ auf der Straße von Rom nach Tivoli dargestellt. Eine der drei Grabinschriften wurde vom Künstler transkribiert.(Anm.3) Die Landschaft auf der oberen Blatthälfte wurde vermutlich in unmittelbarer Nähe des Mausoleums skizziert.
Ungewöhnlich ist die Kombination von Rötel und graubraunem Lavis. Derartige Zeichnungen konnten nach Van der Does’ Rückkehr in die Niederlande seinen Haager Mitbürger und Kollegen Jan de Bisschop zu einigen Zeichnungen in gleicher Technik angeregt haben.(Anm.4)

Annemarie Stefes

1 Arnold Houbraken: De groote Schouburg der Nederlantsche konstschilders en schilderessen … zijnde een vervolg op het schilderboek van K. van Mander, 3 Bde., ’s Gravenhage 1718-1721, Bd. 2, S. 105. Zu der Länge des Italienaufenthaltes (von ca. 1644/45 bis ca. 1650) vgl. Schatborn, in: Peter Schatborn, Drawn to Warmth. 17th-century Dutch artists in Italy, Ausst.-Kat. Amsterdam, Rijksprentenkabinet, Zwolle 2001, S. 133–134.
2 Schatborn, in: Peter Schatborn, Drawn to Warmth. 17th-century Dutch artists in Italy, Ausst.-Kat. Amsterdam, Rijksprentenkabinet, Zwolle 2001, S. 119.
3 Van der Does’ Interesse an den Relikten der römischen Antike zeigt sich auch auf zwei später ent-standenen Stammbuchblättern, auf denen jeweils das sogenannte Nero-Grabmal in der Nähe von Rom wiedergegeben ist, Den Haag, Koninklijke Bibliotheek, Inv.-Nr. 131 H 26 und Inv.-Nr. 75 J 48-I, Peter Schatborn, Drawn to Warmth. 17th-century Dutch artists in Italy, Ausst.-Kat. Amsterdam, Rijksprentenkabinet, Zwolle 2001, S. 136, Abb. G und S. 137, Abb. H.
4 Peter Schatborn, Drawn to Warmth. 17th-century Dutch artists in Italy, Ausst.-Kat. Amsterdam, Rijksprentenkabinet, Zwolle 2001, S. 133–134 und 198. Vgl. Inv.-Nr. 39447, 39445, 39446 und 39444.

Details zu diesem Werk

Pinsel in Grau über schwarzer Kreide, im Vordergrund überarbeitet mit Feder in Braun, auf gelblichem Papier; rechts und unten Reste von Einfassungslinien (Feder in Braun) 199 x 284 mm (Blatt) Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett Inv. Nr.: 21842 Sammlung: KK Zeichnungen, Niederlande, 15.-19. Jh. © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang