Jill Baroff

Tide Drawing: Hamburg (autumn), 2013

Aus der fünfteiligen Folge 'Tide Drawings Hamburg', 2013–14

Die New Yorker Künstlerin Jill Baroff beschäftigt sich in ihren Zeichnungen und Installationen mit den Phänomenen und Systemen von Zeit und Raum. Charakteristisch für ihre Arbeit ist das Interesse an prozessualen Abläufen. In ihrer Serie der Tide Drawings erforscht sie über einen bestimmten Zeitraum die wiederkehrenden Rhythmen von Ebbe und Flut in Hafenstädten wie Tokio oder London. Die Tide Drawings Hamburg entstanden 2013/14 als Auftragsarbeit der Hamburger Kunsthalle. Über das Internet hat Baroff die Gezeiten an der Elbmündung abgerufen und in Tabellen übertragen. Diese Messdaten liegen den Konzentrationen der gezeichneten Kreise zugrunde. Die gleichmäßigen Abstände der roten Linien in autumn zeigen den Verlauf einer normalen Ebbe, während ein anderes Blatt der Serie die dramatischen Veränderungen während des Orkans „Xaver“ im Dezember 2013 dokumentiert. Dieses Spannungsfeld zwischen Regelmäßigkeit und Abweichung, Kontinuität und Veränderung lässt die Tide Drawings trotz ihrer konzeptuellen Reduktion auf ein abstraktes Liniensystem als höchst atmosphärisches, zugleich aber auch sehr persönliches Bild der Künstlerin von Hamburg erscheinen.

Petra Roettig

Details zu diesem Werk

Rote Tinte auf japanischem Gampi-Papier, montiert auf Baumwollpapier 1160 x 1160 mm (Bild) Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen Inv. Nr.: 2014-84-3 Sammlung: KK Zeichnungen, 20.-21. Jh. © Jill Baroff/Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang

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