Paul Klee

Grotesken aus d. Cirkus V, 1925

Im Jahr der Übersiedlung des Bauhauses von Weimar nach Dessau entstand das auf den 3. Dezember datierte Blatt „Grotesken aus d. Circus V“. Die drei Artisten scheinen wie aus Stacheldraht modelliert zu sein Links vorn ein kleinwüchsiger Clown mit hohem, federgeschmückten Zylinder auf dem Kopf, seine Hände gestikulieren wild, seine Beine sind in schneller Bewegung, rechts neben ihm ein zweiter, diesmal sehr großer, dünner Komödiant mit verschränkten Unterschenkeln und einem hoch aufsteigendem eckigen Ballon am rechten Daumen. Über den beiden eine leichtgewichtige Drahtseilartistin mit einer pflanzlich anmutenden Ausgleichsstange zum Balancieren, jedoch ohne das notwendige Seil, so dass die angedeutete Räumlichkeit von oben und unten sowie vorn und hinten, innerhalb der die drei Figuren agieren, schlagartig relativiert wird. Die Artisten strahlen eine unglaubliche Leichtigkeit aus, die jedoch durch die dominanten, suchenden und kurzen Striche der Zeichnung konterkariert wird.

Andreas Stolzenburg

Details zu diesem Werk

Feder in Schwarz, Pinsel in Schwarz und Grau auf Briefpapier; aufgezogen auf Karton 273 x 133 mm (Blatt) Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett. Erworben 2004. Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen Inv. Nr.: 2004-27 Sammlung: KK Zeichnungen, 20.-21. Jh. © SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang

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