Honoré Daumier
Skizzenbuchblatt, u. a. sitzende Mutter mit Kindern
Verso: Zahlreiche kleine Skizzen und Texte
Über die Vorder- und die Rückseite dieses ehemaligen, recht großformatigen Skizzenbuchblatts verteilte Daumier mit der schwarzen Kreide zahlreiche Skizzen von einzelnen Figuren und Figurengruppen (und auf dem Verso auch Schriftfragmente), die im Detail aber aufgrund der schnellen und oft flüchtigen Zeichenweise nur Andeutung bleiben. Man hat das Gefühl, dass die Hand beim zeichnen den schnellen Gedanken kaum folgen konnte und dennoch überzeugen die niedergeschriebenen Bildfindungen in ihrer Präsenz.
Werner Hofmann, der das Blatt für das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle erwarb, schrieb dazu: Das Blatt [...] ist [...] eine Reise, die jedoch keine Finalität anstrebt. Man spürt, wie Daumier stets mehrere Versionen (Optionen) in sich trägt oder wenigstens andeutet, wie er - das ist der Preis seiner graphischen Mobilität - sich kein befriedigendes "Heureka" gönnt. Hätte sein künstlerisches Vermögen nicht über diesen Erinnerungsfundus verfügt, der sein zeichnerisches Überquellen anfeuerte, wäre nie ein Lebenswerk von Tausenden von Lithographien, Handzeichnungen, Holzschnitten und Aquarellen entstanden." (Anm. 1)
Andreas Stolzenburg
1 Werner Hofmann: Die Schönheit ist eine Linie. 13 Variationen über ein Thema, München 2014, S. 98.
XXX Zur Zeit ist ein kritischer Bestandskatalog der ca. 350 französischen Zeichnungen des Kupferstichkabinetts der Hamburger Kunsthalle in Vorbereitung. Für eventuelle Hinweise bezüglich Zuschreibung, Ikonographie, Datierungen, Dokumente sowie Literatur zu den einzelnen Zeichnungen wäre ich sehr dankbar. XXX
XXX A critical catalogue of the approximately 350 French drawings in the Kupferstichkabinett of the Hamburger Kunsthalle is currently in preparation. I would be very grateful for any information regarding attribution, iconography, dating, documents and literature on the individual drawings. XXX
XXX Un catalogue critique des quelque 350 dessins français du Kupferstichkabinett de la Hamburger Kunsthalle est actuellement en préparation. Je serais très reconnaissant pour d'éventuelles indications concernant l'attribution, l'iconographie, les datations, les documents ainsi que la littérature sur les différents dessins. XXX
Dr. Andreas Stolzenburg
Leiter Kupferstichkabinett
Head of Department Prints & Drawings
Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall 5
20095 Hamburg
Tel. +49 (0)40-428 131 224
Fax +49 (0)40-428 131 883
E-Mail andreas.stolzenburg@hamburger-kunsthalle.de
www.hamburger-kunsthalle.de
Online-Datenbank: www.hamburger-kunsthalle.de/sammlung-online
Details zu diesem Werk
Beschriftung fremd: Unten rechts bezeichnet: "Da 21" (Bleistift)
Honoré Daumier (1808 - 1879), ? - ? (1); [...] (2); Slg. Roger Marx (1859 - 1913) (L. 2229), Paris, ? - ? (3); Slg. Claude Roger-Marx (12.11.1888 - 17.5.1977) (L.3548), Paris, ? - ? (4); […] (5); Chaikin, ?, ? - ? (6); […] (7); F. A. R. Gallery ?, ? - ? (8); […] (9); Spencer A. Samuels, New York, ? - 1974 (10); Ankauf von dort durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Kunstsammlungen (heute: Stiftung Hamburger Kunstsammlungen), 1974 (11); seitdem Dauerleihgabe an die Hamburger Kunsthalle
1) Zu klären ist, wann, wie und an wen Daumier das Blatt weiterverkaufte bzw. weitergab.
2) Bislang unbekannte Provenienz/en.
3) Siehe Inventarbuch Kupferstichkabinett 1970 - 1996, 49. Siehe Unterlagen der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Ordner: „1974 Deutsche Bk Dresdner Bk Commerzbank Landesbank“, Rechnung Spencer A. Samuels & Company Ltd., New York, 1.8.1974, „Mother and Child“, zur Provenienz: Roger Marx.
Roger Marx war ein französischer Schriftsteller. Siehe ausführlich zu seiner Person: https://web.archive.org/web/20140106212033/http://www.inha.fr/spip.php?article2445 (27.4.2020, Ute Haug) und https://www.marquesdecollections.fr/FtDetail/f08ef3da-f4bd-234f-b5c3-9d68bceae55a.
4) Siehe Inventarbuch Kupferstichkabinett 1970 - 1996, 49. Ohne Beleg. Claude Roger-Marx war der Sohn von Roger Marx und Elisa Nathan (1859 - 1944). Er war Schriftsteller, Dramaturg, Kunsthistoriker und -kritiker. Siehe zum Sammler: https://www.marquesdecollections.fr/FtDetail/3aec049e-9791-1441-a238-4b9286abb654
5) Bislang unbekannte Provenienz/en.
6) Siehe Inventarbuch Kupferstichkabinett 1970 - 1996, 49. K. E. Maison, catalogue raisonné of the paintings, watercolours and drawings, Vol. 2, London 1968, Nr. 795, der Name ist ohne Erläuterung in Klammern angegeben und die Bedeutung daher unklar.
7) Bislang unbekannte Provenienz/en.
8) K. E. Maison, catalogue raisonné of the paintings, watercolours and drawings, Vol. 2, London 1968, Nr. 795, der Name ist ohne Erläuterung in Klammern angegeben und die Bedeutung daher unklar.
9) Bislang unbekannte Provenienz/en.
10) Siehe Inventar Kupferstichkabinett 1970 - 1996, 49. Die Ankaufssumme betrug 5.500 $. K. E. Maison, catalogue raisonné of the paintings, watercolours and drawings, Vol. 2, London 1968, Nr. 795.
11) Siehe Unterlagen der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Ordner: „1974 Deutsche Bk Dresdner Bk Commerzbank Landesbank“, Rechnung Spencer A. Samuels & Company Ltd., New York, 1.8.1974.
Stand: 21.4., 24.4., 27.4., 15.5.2020, 24.2.2021 Ute Haug. Nadine Bauer und Ute Haug, 19.2.2024.
Status: in Bearbeitung, ungeklärt, bedenklich.
Die Provenienz dieses Werkes konnte im Rahmen des gemeinsam von der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Hamburger Kunsthalle und dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, Magdeburg, finanzierten Projektes "Erforschung der Werkprovenienzen der Kunstwerke mit ungeklärter bzw. bedenklicher Herkunft im Eigentum der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, die sich als Dauerleihgabe in der Hamburger Kunsthalle befinden." (siehe: https://www.hamburger-kunsthalle.de/forschungsprojekt-werkprovenienzen-zu-dauerleihgaben-im-eigentum-der-stiftung-hamburger) erforscht werden.
Zitierweise nach folgendem Schema: Künstlername, Werktitel, Inv. Nr., Provenienz und Link, sowie Name Bearbeiter*in, letzter Stand und Zugriffsdatum.
Cite according to the following scheme: artist's name, title of work, inv. no., provenance and link, name of editor, last status, as well as date of access.
Haben Sie Fragen, Kritik, Anregungen, weiterführende Informationen? Bitte richten Sie eine Nachricht an Dr. Ute Haug unter ute.haug[at]hamburger-kunsthalle.de.
Do you have questions, criticism, suggestions, and further information? Please send a message to Dr. Ute Haug at ute.haug[at]hamburger-kunsthalle.de.
Hamburger Erfahrungen 1969-1990, Werner Hofmann; Herausgeber: Freunde der Kunsthalle e.V., 1990, S. 49, Abb. S. 41 (recto und verso), Abb.-Nr.
Honoré Daumier. Catalogue Raisonné of the Paintings, Watercolours and Drawings, Karl Eric Maison, 1968, S. 260, Abb. S. Taf. 310, Abb.-Nr. , Kat.-Nr. 795
Erwerbungen für die Graphische Sammlung im Jahre 1974, Eckhard Schaar, 1975, S. 140-141, Abb. (recto und verso), Abb.-Nr.
La Chronique des Arts, 1975, S. 19, Abb. S. 68, Abb.-Nr.
Das Erhabene von unten, Werner Hofmann, 2013, Abb. S. 16 (Abb. der Verso-Seite), Abb.-Nr.
Die Schönheit ist eine Linie. 13 Variationen über ein Thema, Werner Hofmann, 2014, S. 97-98, Abb. S. 97, Abb.-Nr.
Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, Hanna Hohl und Wolfgang Eckhardt; Herausgeber: Hamburger Kunsthalle und Museum für Kunst und Gewerbe, 1975, S. 140-141, Abb., Abb.-Nr.
150 Jahre Hamburger Kunsthalle. Die Ankäufe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, Herausgeber: Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, 2019, S. 98-99, Abb., Abb.-Nr.