Johann Heinrich Füssli, Zeichner

Brustbild einer Frau mit Stilett, Verso: spiegelbildliche Pause, 1814

Das Blatt stammt aus einem Klebeband mit etwa 300 Zeichnungen von Füsslis Schüler Theodor Matthias von Holst (1810–1844), der auch einige Blätter von Füssli enthielt, die er von Füssli selbst geschenkt bekommen oder nach seinem Tod erworben hatte. Der Klebeband stammt aus dem Besitz eines John Etherington Welch Rolls, Hendre Cottage, Monmouth und ist offensichtlich gleich nach dem Tode von Holst aus seinem Ateliernachlass zusammengestellt worden, darunter auch das Füssli-Blatt, das als vermeintliche Arbeit des von Holst mit aufgenommen wurde. Der Band ist 1959 auf einer Versteigerung in London von Colnaghi erworben worden.(Anm. 1)
Das Blatt gehört zu einer Serie von Kurtisanenbildnissen, die Füssli in den Jahren 1810–20 angefertigt hat. Die griechische Inschrift steht dabei in keinem erkennbaren Zusammenhang mit der Darstellung, denn Füssli hat oft griechische Zitate, die ihm gerade in den Sinn kamen, auf Zeichnungen mit ganz anderem Inhalt geschrieben.

Peter Prange

1 Briefliche Mitteilung von Gert Schiff, Zürich, vom 20.7.1964 (Bildakte, Archiv der Hamburger Kunsthalle).

Details zu diesem Werk

Schwarze Kreide 182mm x 145mm (Blatt) Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett Inv. Nr.: 1964-106 Sammlung: KK Zeichnungen, Deutschland, 15.-18. Jh. © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang, CC-BY-NC-SA 4.0

Wir sind bestrebt, die Art und Weise zu hinterfragen, wie wir über Kunst und unsere Sammlung sprechen und diese präsentieren. Daher freuen wir uns über Ihre Anregungen und Hinweise.

Feedback
Weitere Werke von
Johann Heinrich Füssli