Max Beckmann

Selbstbildnis mit Fisch, 1949

Dieses späte gezeichnete Selbstbildnis Beckmanns entstand während seines Aufenthalts in Boulder, Colorado, inmitten der Rocky Mountains, wo er als Dozent wirkte. Der eine Zigarette rauchende Künstler präsentiert sich, den Kopf aus der Rückenansicht dem Betrachter spontan zugewandt, mit einem Cowboyhut auf dem Kopf und einem großen Fisch in den Händen. Das große Auge des in die Höhe gehaltenen Fisches, der seit den 1930er Jahren zu den elementaren Symbolen der Bildwelt des Künstlers gehört, korrespondiert dabei mit den blitzenden Augen Beckmanns. Der Künstler ergreift energisch den in früheren Gemälden meist als Symbol der Seele gedeuteten Fisch und blickt ihm buchstäblich ins Auge, als wolle er damit seinen nach der Übersiedlung in die USA neu erwachten Lebenswillen demonstrativ zur Schau stellen. Dieser Wille zu einem neuen künstlerischen Schaffen spiegelt sich auch in der furiosen Pinseltechnik wider. Mit kraftvollen, dynamischen Pinselstrichen legt Beckmann ein flirrendes, vom Schwarz-Weiß-Kontrast lebendes Gitterwerk über seine Erscheinung, das eine unglaubliche Vitalität zum Ausdruck bringt.

Andreas Stolzenburg

Details zu diesem Werk

Pinsel in Tusche über Kohle 580 x 452 mm (Blatt) Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett Inv. Nr.: 1951-61 Sammlung: KK Zeichnungen, 20.-21. Jh. © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang

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