Anton Graff, Kopie, Zeichner

Bildnis Philipp Daniel Lippert

Bei dem bisher nicht identifizierten Portrait handelt es sich um das Bildnis des Dresdner Malers und Gemmenforschers Philipp Daniel Lippert (1702–1785), der vor allem durch die Veröffentlichung seiner „Dactyliotheca Universalis Chilias“ (1755–76) bekannt geworden ist. Der mit Oeser und Winckelmann befreundete und mit Goethe bekannte Lippert war seit 1764 auch Professor für die Antike an der Dresdner Kunstakademie.
Lippert ist von Anton Graff in Dresden mehrmals portraitiert worden, zum ersten Mal 1767, dann wieder 1774 und zuletzt in zwei Zeichnungen 1782 und 1784.(Anm. 1) Graffs Bildnisse vom damals berühmten Antiquar waren beliebt und wurden häufig kopiert, so zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch von Philipp Otto Runge, der sich von Graff den „Kopf des Lippert“ zum Kopieren erbat.(Anm. 2) Auch das vorliegende Blatt kopiert ein Gemälde Graffs, am ehesten das 1774 entstandene Bildnis Lipperts, das 1774 auf der Ausstellung der Dresdner Kunstakademie zu sehen war.(Anm. 3) Der Kopist hat dabei allerdings einen kleineren Ausschnitt gewählt, indem er sich auf den Kopf und die Schulterpartie konzentrierte.

Peter Prange

1 Vgl. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff. Leben und Werk, Berlin 1967, S. 249–250, Nr. 883-887.
2 Runge in einem Brief vom 4. 4. 1802 an Graff, vgl. Otto Böttcher: Philipp Otto Runge, Hamburg 1937, S. 57.
3 Berckenhagen (Anm. 1), S. 249, Nr. 884.

Details zu diesem Werk

Schwarze Kreide auf blauem Papier 426mm x 340mm (Blatt) Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett Inv. Nr.: 1916-84 Sammlung: KK Zeichnungen, Deutschland, 15.-18. Jh. © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang, CC-BY-NC-SA 4.0

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