Ruprecht von der Pfalz, Stecher
nach Jusepe de (Giuseppe, José) Ribera (Rivera), Umkreis, Maler, Erfinder

Der kleine Henker, 1662

Mit der Erfindung der Schabkunst (auch Mezzotinto genannt) eröffnete Ludwig von Siegen 1642 den graphischen Künsten völlig neue gestalterische Möglichkeiten. Hatten zuvor Kupferstich, Radierung und Holzschnitt nur mit der Linie arbeiten können, so bot die Schabkunst das ideale Verfahren, um flächige Bildwirkungen in gleichsam malerischer Qualität zu erzielen. Einer der begabtesten Schüler Ludwigs war Prinz Ruprecht von der Pfalz – der deutsche Soldat, Admiral der britischen Flotte, Kolonialgouverneur, Wissenschaftler und Amateurkünstler. Er schuf lediglich zwölf Blätter, doch zählen Werke wie Der kleine Henker zu den besten Leistungen in dieser Technik. Hierbei handelt es sich um die verkleinerte Wiederholung eines Schabkunstblattes, das Ruprecht 1658 nach einem Gemälde aus dem Umkreis des spanischen Malers Jusepe de Ribera geschaffen hatte. Die extreme Nahsicht des Kopfes beeindruckt ebenso wie die subtile Abstufung der hellen und dunklen Töne und die fast greifbare Wiedergabe der Stofflichkeit. Es war Ruprecht von der Pfalz, der die neue Technik nach England brachte, wo sie lange Zeit glanzvolle Erfolge feiern sollte.

David Klemm

Details zu diesem Werk

Schabkunst 132 x 161 mm (Blatt) Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett Inv. Nr.: 13642 Sammlung: KK Druckgraphik, Deutschland, 15.-18. Jh. © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang